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Alcantara: In Concert (Review)

Artist:

Alcantara

Alcantara: In Concert
Album:

In Concert

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive- und Psychedelic-Rock, Worldmusic, Art Pop

Label: Alcantara Music/Just For Kicks
Spieldauer: 75:40
Erschienen: 19.06.2026
Website: [Link]

Gerade erst hatten ALCANTARA mit „„Tamam Shud“ ein schwer beeindruckendes Studio-Album veröffentlicht, schon folgt die Live-Variante davon, die – so viel schon im Voraus – ganz ähnlich beeindruckt und nunmehr auch die Live-Qualitäten der italienischen Prog-Rocker unter Beweis stellt, die sich weniger auf Improvisatorisches, dafür aber mehr auf die exakte Wiedergabe der im Studio entstandenen Songs konzentriert, sodass bereits der Album-Opener „TerryG“ auch zum Konzertbeginn erklingt.


„Il Distacco“ beginnt live nah am Original mit dieser schwer-frühfloydianischen Psychedelik und entführt den Hörer mitten hinein in die Psyche-70er der verrauchten Clubs, in denen beispielsweise PINK FLOYD mit ihrer Musik und den seltsamen Leinwandshows hinter der Bühne das Publikum zum Schweben brachten, wobei gewisse Substanzen ihren zusätzlichen Anteil beitrugen.
Allerdings lassen ALCANTARA die Zügel nie schweifen, sondern setzen immer wieder auf ihre strukturierten, oft sich postrockig steigernden Kompositionen und Harmonien, sodass schon nach 9 Minuten dieses hypnotische Stück endet und die universale Reise Richtung „Distant Stars“ weitergeht.


Wer beim Hören von „Tamam Shud“ sich jedenfalls nicht vorstellen konnte, dass dieses verspielt-psychedelische Studio-Album komplett auch live auf der Bühne umzusetzen ist, wird von dem italienischen Prog-Siebener eines Besseren belehrt. Genau in der gleichen Abfolge wie das 2026er-Studio-Album – welches wir in unserer 14-Punkte-Review als eine Prog-Perle und echte Entdeckung bezeichneten – werden alle sechs Stücke, inklusive einer Vielzahl von Soundeffekten und Gimmicks, live umgesetzt und hervorragend klingend auf diese CD gebannt.


Hierbei verfolgen die sieben Italiener auch im Umgang mit dem Publikum ihren unumstößlichen Grundsatz, dem sie bereits für ihr „Tamim Shud“ formuliert hatten: „Für alle, die es lieben, zu reisen, ohne sich zu bewegen, für alle, die ganze Alben anhören und sich in den Details verlieren. Für alle, die nach Musik suchen, die nicht schreit, sondern vibriert. Perfekt für alle, die Pink Floyd, Dead Can Dance, Mark Lanegan, Radiohead oder Post-Rock wie Godspeed You! Black Emperor geliebt haben – aber auch für alle, die einen zeitgenössischen, intensiven und persönlichen Stil entdecken wollen.“
Die Jungs posen also keinerseits auf der Bühne, sondern setzen ihr musikalisches Ideal genau so um, wie sie daran glauben. Die Atmosphäre zählt. Auch live! Das Hypnotische hinter ihrer Musik zählt. Auch live! Die ganze prog-pschedelische Schönheit zählt. Auch live! Die detaillierte sowie effektvolle, sich sehr nah am Original bewegende, Umsetzung des Studio-Albums zählt. So definieren ALCANTARA ihr Bühnendasein. Eine herrliche Definition für alle, wie es die hörbar begeisterten Reaktionen des Publikums zeigen.


Doch das ist auf dieser mit 76 Minuten vollgepackten CD längst noch nicht alles, womit wir beim zweiten Konzertteil wären.
Denn nun erklingen in der letzten guten Konzert-Halbstunde noch die stärksten Songs aus dem 2020-er-Album „Solitaire“, wobei besonders auffällig auch der charismatische italienische wie englische Gesang von Sergio Manfredi Sallicano ist, der sich irgendwo zwischen Thom Yorke („Sail“) und Roger Waters („Treefingers“) bewegt und sicher – gerade weil er auch live rundum überzeugt – viel Anerkennung findet.


Zusätzlich liegt dieser CD im Klapp-Digipak noch ein 12-seitges Booklet mit ganzseitigen Schwarz-Weiß-Fotos bei, die sich natürlich bestens dem floydianischen Musikzeitalter der frühen Jahre anpassen.
So ist der vorletzte Song „After The Flood“ so gesehen der Anfang einer neuen Flut, die ALCANTARA hier auf der Bühne heraufbeschwören und die sicher viele erneut mitreißen wird – in der Hoffnung, dass wir nicht wiederum sechs Jahre bis auf das nächste Studio-Album der Italo-Progger warten müssen.


FAZIT: Traumhafte Melodien und psychedelische Schübe mit extrem floydianischem Hang sowie einer hypnotischen Atmosphäre zeichnet ALCANTARAIn Concert“ nach zwei Studio-Alben mit diesem Live-Album aus. Die sieben Italiener halten sich hierbei nah an den Originalen der beiden Studio-Alben „Tamam Shud“ (komplett) und „Soltaire“ (vier von acht Stücken) und setzen diese tatsächlich auf ähnlich hypnotische Weise um, wie es ihnen bereits bei ihren beiden, fünf Jahre auseinanderliegenden, Studio-Alben gelang. Mit „Season“ endet dieser Konzertmitschnitt, der passend eine neue Jahreszeit des Progressive Rocks 'Made in Italy' ankündigt. Wer die Studio-Alben von ALCANTARA kennt und mag, wird dieses Live-Album lieben!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 48x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • TerryG
  • Il Distacco
  • Distant Star
  • Tamam Shud
  • Sail
  • Woodwo / Vertigo
  • Treefingers
  • Logan
  • After The Flood
  • Seasons

Besetzung:

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