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Marten Kantus: Ars Moriendi (Review)

Artist:

Marten Kantus

Marten Kantus: Ars Moriendi
Album:

Ars Moriendi

Medium: CD/Download
Stil:

Instrumental, Neoklassik, Jazz, Folk,

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 50:28
Erschienen: 01.05.2026
Website: [Link]

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“ lautet ein deutscher Buchtitel von Ambrose Bierce (eigentlich „In the Midst of Life: Tales of Soldiers and Civilians“). Eben diesem Umstand widmet MARTEN KANTUS sein diesjährigen Output. Bierce literarischen Werke sind keine christlichen Sterbebüchlein, die gerade zur Zeit der Pest auf die eigene Endlichkeit vorbereiten sollten und den Umgang lehrten mit einem Leben, das beständig mit dem Tod konfrontiert war. Doch zu seinen Stories, zwischen sarkastischer Phantastik, dem Veranschaulichen des realen Grauens, angesichts von Kriegen und existenziellen Nöten, würde MARTEN KANTUSArs Moriendi“ („Die Kunst des Sterbens“) als Soundtrack sehr gut passen.

Wie man sich überhaupt weite Teile der drei langen Tracks als Filmmusik sehr gut vorstellen kann. Kantus Musik ist elegisch, schichtet sich mitunter zu vollmundigen Klangkathedralen auf, kann aber auch innig, fragil, fast karg sein, in jedem Fall ist der Klang, vor allem für eine im Alleingang eingespielte Produktion, fein durchgezeichnet. Das virtuelle Orchester unterstützt die Instrumente passend, ohne allzu artifiziell zu wirken.

Marten Kantus bewegt sich einmal mehr auf seinem eigenen Spielfeld zwischen Neoklassik, Folk, durchmischt mit ein bisschen Jazz und Rock. Der Musiker beschäftigt sich wieder ernsthaft mit seinem Sujet, kleine, ironische Einsprengsel gibt es trotzdem. Wie die punktuellen Anklänge an die deutsche Nationalhymne bei – wie sollte es anders sein - „Finis Germiniae“. So bekommt des deutschen Todessehnsucht eine persönliche, fragile Widmung.

Kantus gelingt es wieder mit seinen auf- und abschwellenden Sequenzen, den zurückhaltenden, überschaubar instrumentierten wie konzertanten, orchestralen Passagen, die Waage zu halten. Genauso wie er zwischen Unbehagen und friedvoller Schönheit pendelt. Doch selbst die sperrigsten Elemente zeugen eher von wehmutsvoller Trauer als von zerstörerischer Dekonstruktion.

FAZIT “Ars Moriendi“ ist eine Art pastoraler Trauerbewältigung. Kein überbordendes, höhepunktreiches Werk, sondern eine stetig spannende Auseinandersetzung mit dem Übergang vom Leben in den Tod. Und der Welt dazwischen. MARTEN KANTUS präsentiert sich einmal mehr als nachdenklicher Künstler auf einem höchst individuellen, musikalisch anspruchsvollen, aber gut durchhörbarem Weg. Man merkt ihm und seiner Musik an, dass es ihm ernst um die Kunst ist. Und das ist auch gut so.

Wie üblich steht das Album zum kostenlosen Download oder für wenige Euro zum Erwerb als Tonträger bereit. Natürlich erneut nachdrücklich empfohlen!

Jochen König (Info) (Review 44x gelesen, veröffentlicht am )

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12 Punkte
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Tracklist:
  • Musica Dolorosa (21:47)
  • Finis Germaniae (16:22)
  • Vita Aeterna (12:12)

Besetzung:

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