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Bianca Stücker & Mark Benecke: Abysmal Affairs (Review)

Artist:

Bianca Stücker & Mark Benecke

Bianca Stücker & Mark Benecke: Abysmal Affairs
Album:

Abysmal Affairs

Medium: EP-CD/Vinyl-EP
Stil:

Gothic, Dark-Folk & -Electro

Label: Eygennutz Records
Spieldauer: 26:02
Erschienen: 09.01.2026
Website: [Link]

Sie können es einfach nicht lassen, die Beiden!
BIANCA STÜCKER, die Gothic-Musikerin, & MARK BENECKE, der Forensik-Experte, mit ihrem Hang für morbide Finstermann-Geschichten, bringen uns auf „Absymal Affairs“ erneut das musikalische Gruseln bei. Dieses Mal aber deutlich besser als noch auf „Songs Of Love And Sorrow“, aber auch auf ihrer vierten EP reißen sie nicht die wahren Dark-Folk- und Neo-Klassik-Bäume aus. Das liegt in erster Linie nach wie vor daran, dass Herr Benecke zwar ein begnadeter Forensiker und Schriftsteller ist. Aber nicht ein begnadeter Sänger, obwohl für ihn und seinen Beruf die Musik immer einen besonderen Ausgleich darstellt.

Auch die vierte gemeinsame EP zwischen Dark-Folk und Düster-Electronica nimmt einen mit in die Abgründe der Seele.


Die Stärke dahinter sind allerdings die raren, altehrwürdigen Instrumente, die zum Einsatz kommen, wie Nyckelharpa, Hackbrett oder Clavichord. Hier beweist Frau Stücker ihr Feingefühl für den Klang aus der Gruft, der „Abysmal Affairs“ tatsächlich etwas Bedrohliches und Gespenstiges verleiht.

Erneut huldigt das Duo altbekannten Songs, die sie auf ihre ganz eigene tiefschwarze Art covern und dabei so klingen lassen wie das schwarze Vinyl mit den Sternentupfern, auf das die sechs Stücke gefräst wurden. Optisch echt beeindruckend, aber auch musikalisch dieses Mal spannend und abwechslungsreich, es gibt jedoch auch ein echtes ABER...


Vielleicht hätten sich die beiden doch besser nicht am „Henry Lee“ vergreifen sollen, weil gerade diese Version durch ein wahrhaftes Traumpaar unvergleichlich dargeboten wurde. Denn was BIANCA STÜCKER & MARK BENECKE hier mit „Henry Lee“ (gleich in zwei unterschiedlichen Versionen) präsentieren, ist eine ernsthafte Selbstüberschätzung im Vergleich mit dem unglaublich bewegenden, 27 Jahre alte Original von NICK CAVE & P.J. HARVEY (mit fast 30 Millionen Aufrufen auf YouTube). Hier wäre doch mehr Vorsicht bei der Wahl eines Cover-Songs geboten gewesen, da eben zwischen den beiden Stücker-Benecke-Varianten und dem unvergleichlichen Cave-Harvey-Beitrag tatsächlich Welten liegen.


Ansonsten aber ist „Abysmal Affairs“ gar nicht mal schlecht geraten und verbreitet eine herrlich düstere Romantik, in der man die Sargdeckel knarren und die Knochen klappern hört. Sogar tanzen könnte man dazu – egal ob auf Gräbern oder im Club mit glitzernder Disco-Kugel. Sakrales trifft auf Reales, Gespenstisches auf Stroboskop-Geflacker, das beispielsweise die „Sabrina“ in ekstatische Bewegung versetzt, selbst wenn der böse „Henry Lee“ hierbei bereits seine Mordgelüste auslebt.

Und dass die fetten Bässe (die jede hochwertige Anlage herausfordern) eine gleichermaßen große Rolle spielen, ist bei Gothic und Dark Folk sowieso Pflicht. Und diese Pflicht erfüllen BIANCA STÜCKER & MARK BENECKE auf „Abysmal Affairs“ tatsächlich mit Bravour.


FAZIT: Da haben sich BIANCA STÜCKER & MARK BENECKE für ihre „Abysmal Affairs“-Vinyl-EP (gestaltet wie ein schwarzer, von wenigen Sternen beschienener Nachthimmel) aber drei extrem unterschiedliche Originale für ihre finsteren Dark-Folk-Gothic-Coverversionen ausgesucht, die einen in schaurige, irgendwie aber auch romantische Stimmung versetzen. Als da wären von HANK WILLIAMS „I'm So Lonesome I Could Cry“ sowie den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN „Sabrina“ und NICK CAVE & P.J. HARVEY „Henry Lee“ (an dem sich die Beiden in Anbetracht des Originals dann doch etwas überheben). Romantisches Gruseln ist angesagt!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 68x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (12:00):
  • Sabrina (5:06)
  • Henry Lee (4:04)
  • I'm So Lonesome I Could Cry (2:50)
  • Seite B (14:02):
  • Sabrina (Solar Fake Remix) (4:43)
  • Henry Lee (Qntal-Remix) (4:26)
  • Sabrina (Bianca's Pleiades-Remix) (4:53)

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