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Katherine Priddy: These Frightening Machines (Review)

Artist:

Katherine Priddy

Katherine Priddy: These Frightening Machines
Album:

These Frightening Machines

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Alt-Folk, Folk- & Indie-Pop

Label: Cooking Vinyl
Spieldauer: 42:06
Erschienen: 06.03.2026
Website: [Link]

Mit ihren ersten beiden Alben „The Eternal Rocks Beneath" und „The Pendulum Swing" wurde die englische Songwriterin KATHERINE PRIDDY - zumindest vom Guardian - als neues 'Folk-Wunderkind' eingestuft, von RICHARD THOMPSON als 'das Beste, was er im letzten Jahr gesehen habe' bezeichnet und gelangte so auch an die Spitzen der UK-Folk-Charts. Die Sache war nur die, dass sich KATHERINE PRIDDY gar nicht als Folk-Künstlerin sieht - gleichwohl ihr diese Art von Musik durchaus entgegenkommt. Sie selber jedenfalls fühlt sich keinem einzelnen Genre loyal verpflichtet, weswegen sie sich mit ihrem dritten Album „These Frightening Machines" auch deutlich von der reinen Folk-Lehre absetzt und ihre Musik mit Chamber- und Dreampop-Flair, Psychedelia und Indie-Pop-Elementen anreichert.

Nachdem KATHERINE PRIDDY sich mit ihrem ersten Album etabliert und dem zweiten konsolidiert hatte, schlug sie mit „These Frightening Machines" bewusst ein neues musikalisches Kapitel auf und tat sich zu diesem Zweck mit dem Produzenten ROB ELLIS zusammen, der insbesondere für seine Zusammenarbeit mit PJ HARVEY oder ANNA CALVI bekannt ist und der sie bei den Aufnahmen auch als Drummer unterstützte. Des Weiteren war mit an Bord - neben Gitarristen und Songwriter-Kollegen GEORGE BOOMSMA - auch der britische Songwriter und Multiinstrumentalist BEN CHRISTOPHERS.

Die neuen Songs entstanden in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten während einer dreiwöchigen Studio-Residenz ohne Denkverbote und formale Vorgaben für die Umsetzung der Priddy-Songs gab, da sich die Songwriterin offen für die Ideen, die ROB ELLIS und BEN CHRISTOPHERS als ausgewiesene Soundfrickler einbrachten, zeigte, weswegen die Songs insbesondere klanglich mit wirklich unerwarteten Elementen aufwarten.


So treffen zum Beispiel die abrasiven Rock-Gitarren im Single-Track „Matches" auf Harmonium, Dulcimer und polternde Percussion, wohl auch um das Hexen-Thema des Songs anschaulich in Szene setzen zu können.
Im Titeltrack „Frightening Machines" setzt sich Priddy mit dem Verhältnis zu ihrem eigenen Körper auseinander, den sie als 'beängstigende Maschine' bezeichnet. Ein Song, in dem sich E-Bass und Vibraphon-Klänge zu einer Art schwelgerischem Dreampop-Setting vereinen.
„Sirius" wendet sich dem Fixstern im Sternbild des Großen Hundes zu, wobei Sitar-Sounds und Bongos den Sound des Folkpop-Songs bestimmen.


Der Single-Track „Hurricane" dreht sich um einen eher unangenehmen Zeitgenossen und wurde von vornherein gar nicht als Folk-Song komponiert, sondern als Pop-Song mit Samba-Flair, E-Piano und mäandernden Trompeten-Solos konzipiert.
„Madeleine" - eine Reflexion über die Konkurrenzsituation von Frauen im Musikbusiness - ist als Duett angelegt, wofür (auf Vorschlag von ROB ELLIS) die amerikanische Kollegin TORRES gewonnen wurde. In diesem Song sind es besonders E-Piano und kammermusikalische Streicher-Sounds, die vom puristischen Folk-Setting befreien.

Ein weiteres Duett gibt es mit dem englischen Kollegen RICHARD WALTERS auf „I'm Always Willing", der als eine mit Bouzouki- und Piano-Begleitung veredelte Ballade daherkommt. Der abschließende Track „Could This Be Enough" - eine Bestandsaufnahme in Sachen Empowerment - lässt die im Titel gestellte Frage dezidiert offen und endet musikalisch mit einer weiteren Dreampop-Klangwolke - Hippie-Glöckchen inklusive. Allen Tracks sind KATHERINE PRIDDYs einschmeichelnder Gesang und die ausgefeilten Melodiebögen sowie Harmoniewendungen, auf die sie auch bei den klanglich experimenteller angelegten Songs auf keinen Fall verzichten wollte, gemein.


Das Thema des Albums - eine Reflexion über die verschiedenen Aspekte der Weiblichkeit - entwickelte sich für KATHERINE PRIDDY erst während der Arbeiten an den Songs, in denen sie letztlich verschiedene Aspekte und Facetten des Frau-Seins aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete. Eine bewusste Abkehr von den beiden Vorgänger-Alben, auf denen sich die Songwriterin eher mit sich selbst bzw. ihren Erinnerungen an die Kinder- und Jugendzeit beschäftigte. Die definitive Deutungshoheit aber beansprucht sie hierbei schon deshalb nicht, weil es nicht vorrangig um ihre eigene Person, sondern um die Vermittlung universeller Ideen geht.




FAZIT: Mit ihrem dritten Album „These Frightening Machines" löst sich KATHERINE PRIDDY mit Hilfe ihrer Mitstreiter bewusst und dezidiert von ihren ursprünglich puristischen Folk-Roots und lässt sich bereitwillig auf klangliche und musikalische Experimente ein, auch um sich so aktiv als Künstlerin weiterentwickeln zu können. Wie wichtig ihr dieses Anliegen ist, verdeutlicht bereits das Covermotiv, welches eine verwackelte, überbelichtete Aufnahme von ihr zeigt, damit das Werk von vornherein nicht den optischen Eindruck eines Folk-Albums erweckt.

Ullrich Maurer (Info) (Review 38x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Matches
  • Frightening Machines
  • Sirius
  • Hurricane
  • Madeleine (feat. Torres)
  • Atlas
  • A Matter Of Time
  • Table Four
  • I'm Always Willing (feat. Richard Walters)
  • Could This Be Enough

Besetzung:

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