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Enslaved: Utgard (Review)

Artist:

Enslaved

Enslaved: Utgard
Album:

Utgard

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Metal

Label: Nuclear Blast / Believe
Spieldauer: 44:48
Erschienen: 02.10.2020
Website: [Link]

Auf ihre alten Tage verändern sich ENSLAVED nicht mehr so drastisch wie während der Zeit um die Jahrtausendwende herum, behalten sich aber trotzdem den Anspruch vor, kein Album wie ein älteres klingen zu lassen, und dahingehend bildet auch ihr neustes keine Ausnahme.

Nach einem chorischen A-capella-Intro bleiben ENSLAVED im Einstieg ‚Fires In The Dark‘ keine zwei Minuten lang eine ruhig vor sich hin brodelnde Prog Rock-Band, bevor Frontmann Grutle mit seinem unverkennbar galligen Organ zu wuchtigen Zerr-Riffs lautstark auf sich aufmerksam macht. Im Folgenden grollt er im Duett mit seinen melodischen Pendants Håkon Vinje (Keyboards) und Iver Sandøy (Schlagzeug)

beruht auf treibenden Grooves und regelrecht mitsingbaren Leadgitarren-Parts, wie man sie in dieser Dichte noch auf keinem Longplayer der Bergener angetroffen hat. In mustergültiger Form demonstrieren die Musiker diese Stoßrichtung in der längsten Komposition des Albums: ‚Flight Of Thought And Memory‘ peitscht während der Strophen wie der metaphorische Nordwind, wohingegen der sehnsüchtig intonierte Refrain den Track als einen der wenigen "richtigen" Ohrwürmer im Repertoire der Gruppe empfiehlt.

Das rasante ‚Jettegryta‘ drängte sich wohl aufgrund seiner Geradlinigkeit mit flächig spröden Black Metal-Akkorden und einheitlich aggressivem Duktus als Video-Single an so wie 'Homebound' wohl wegen seines markanten Leitmotivs ausgewählt wurde, wohingegen ‚Sequence‘ mit seinen vielen Breaks und einer selbst für ENSLAVED-Verhältnisse nichts weniger als schrägen Gitarrenarbeit kaum proggiger sein könnte. Es ist neben ‚Urjotun‘ der Song des Albums, dessen Stimmung am deutlichsten an den 16 Jahre alten Klassiker "Isa" denken lässt.

Pikanterweise ist die letztgenannte Nummer ein Novum für die Gruppe - sehr post-punkig mit hynotisch monotonem Beat und Grutles Bass im Zentrum -, bevor auch das beinahe-Titelstück ‚Storms Of Utgard‘ als bleischwere Doom-Bremse mit bombastischem Synthesizer-Fundament ein Stück weit Neuland beschreitet. ENSLAVED sind 2020 ergo nicht nur hinsichtlich ihrer drei Vokalisten flexibel aufgestellt, sondern auch als Songwriter wandelbar, gleichwohl anders als manchmal in der Vergangenheit (Mit "Mardraum" von 2000 muss man bis heute nicht unbedingt warmwerden) am Ende alles schlüssig aufgeht.

So auch die Platte insgesamt: 'Distant Seasons' entspannt das bis zuletzt finstere Treiben als erhebendes Finale, schlägt aber mit neuerlichem Chorgesang auch eine Brücke zurück zur Einleitung.

FAZIT: "Utgard" dürfte das am leichtesten fassbare aller bisherigen 15 (!) ENSLAVED-Alben sein, und dass die Weiterdenker des (Viking) Black Metal dabei in Sachen Tiefe bzw. Einfallsreichtum nicht im Geringsten zurückstecken, ist ein Kunststück, das ihren Ausnahmestatus untermauert.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1372x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Fires In The Dark
  • Jettegryta
  • Sequence
  • Homebound
  • Utgardr
  • Urjotun
  • Flight Of Thought And Memory
  • Storms Of Utgard
  • Distant Seasons

Besetzung:

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