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Rome: The Hierophant (Review)

Artist:

Rome

Rome: The Hierophant
Album:

The Hierophant

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive- und Dark-Folk

Label: Trisol Music Group
Spieldauer: 41:22
Erschienen: 19.12.2025
Website: [Link]

Mit „The Hierophant“ wendet sich Jerome Reuter vom introspektiven Weg von „The Tower“ hin zu einer offensiveren Betrachtung des Lebens und der Um- und Zustände dieser Zeit.
Der melancholische Düster-Folk klingt dabei ebenso rau, wie bedacht. Auch die archaische Stimmung des Zwillingsalbums bleibt bestehen, allerdings verändert sich der Unterton der Musik. An Stelle von emotionaler Strenge tritt eine philosophische Herangehensweise, die ROME auf der Suche nach Sinn und Zweck, nach Für- und Wider-Argumenten bezüglich der Umstände dieser Zeit und des Lebens generell zeigt.


Dabei dreht sich das Album u.a. um innere Stabilität und den Versuch, im Chaos Beständigkeit zu finden.
Stücke wie „When Light Be Gone“ stellen nicht nur die Entwicklung und Zyklen der Menschheit in Frage, sondern bieten eindringlichen Irish-Folk, ohne Tanz- oder Freudenspektakel, dafür aber mit umso mehr Scharf- und Tiefsinn.
Schon der Opener „Secret Harbour“ klopft bedacht und voller Wärme an die Tür, ehe „The Harvest Is Not Here“ ungewohnt euphorisch, vielleicht sogar lebensfroh klingt. Natürlich klingt Jerome Reuter nach wie vor typisch und erkennbar, aber trotz seines dunkel-warmen Timbres scheinen die Anflüge von Trauer (vielleicht auch Verbitterung), die manch anderes Werk von ihm auszeichnen, wie transformiert.


So entsteht eine Art Dämmerzustand, in dem sich Stücke wie das Vergebungsdrama „On Sorrow's Embankment“ zwischen Verletzlichkeit und Stolz präsentieren. Letzterer rührt nicht zuletzt von den hintergründigen Chören bzw. Rufen her, die für ein Gefühl von Seemannsromantik sorgen.
Mit „When Light Be Gone“ geht’s tief in Irish-Folk-Gefilde, zu denen sich der Hörer sanft in romantischem Schwelgen über Sinn und Zweck von Leben und Tod verlieren kann. Passend dazu wirkt „My Frail Ambassador“ wie ein verklärt-düsterer Abschiedssong, zu dem es sich hervorragend den eigenen Gedanken über das Für und Wider des Lebens und der Existenz per se nachhängen lässt.


„The Gods Are Slow To Forgive“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, drückt aber eine gehörige Delle in das angeknackste Herz. Denn wenn Götter ob ihrer Lethargie nicht vergeben können, sind dann Menschen überhaupt in der Lage, sich selbst zu fühlen und, im nächsten Schritt, ihre eigenen Taten mitsamt deren Konsequenzen zu erkennen bzw. sich diese auch zu vergeben?
Derartige Lebensphilosophien bauen zugleich auf, schmettern den Hörer aber auch zu Boden, ehe er sich in „Apollo Of Hyperborea“ letztendlich in einer Art sanften Erlösung wiederfindet. Wie diese Erlösung konkret aussieht, erklärt das Stück nicht, aber immerhin scheinen ein paar klangliche Sonnenstrahlen durch das rot-graue Farbenfeld, welches das Coverartwork erzeugt.


FAZIT: Obwohl „The Hierophant“ ein klein wenig offensiver klingt als das Schwesteralbum „The Tower“, bleiben ROME auch auf diesem Album ihrem Antikonzept zu schnelllebiger Musik treu. Die Stücke wollen aktiv erfahren und bewusst gehört werden, um ihr gesamtes Potenzial zu entfalten. Nur so kann sich der Hörer vollends in die düster-romantische Welt der Musik fallen lassen und die dezent aufreibende Grundstimmung des Albums in sich aufsaugen.

Dominik Maier (Info) (Review 27x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Secret Harbour
  • The Harvest Is Not Here
  • Days Of Assembly
  • On Sorrow’s Embankment
  • The Chalice And The Blade
  • When Light Be Gone
  • The Great White Hopeless
  • My Frail Ambassador
  • The Gods Are Slow To Forgive
  • Apollo Of Hyperborea

Besetzung:

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