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Nemo: SI Partie 1, SI Partie 2 & Live – 2026 Remaster (Review)

Artist:

Nemo

Nemo: SI Partie 1, SI Partie 2 & Live – 2026 Remaster
Album:

SI Partie 1, SI Partie 2 & Live – 2026 Remaster

Medium: Download/3 CDs/Remaster/BigBooklet
Stil:

Progressive Rock

Label: Association Quadrifonic/Just For Kicks
Spieldauer: 212:12
Erschienen: 15.05.2026
Website: [Link]

„Die ultimative Neuauflage des Konzeptalbums, mit dem NEMO weltweit bekannt wurde! Die drei Alben (zwei Studio- und ein Live-Album) wurden remastert und als 3-CD-Digifile sowie als hochauflösender Download erhältlich sein. Die CD-Version enthält vier Bonustitel: einen Studiotitel und drei Probeaufnahmen.“ (Ankündigung unter der NEMO-Homepage)

Schnelles Handeln ist angesagt!
Denn der fette 3-CD-Dreiteiler „SI Partie 1, SI Partie 2 & Live – 2026 Remaster“ von NEMO, eine der federführenden Progressive-Rock-Bands Frankreichs, ist vorgeblich auf gerade einmal 500 Exemplare limitiert. Und wer sich eine davon entgehen lässt, der ist selber schuld und sollte nicht später sein progressives 'MiMiMi' anstimmen.
SI Partie 1, SI Partie 2 & Live – 2026 Remaster“ im vierflügeligen Digipak samt beeindruckend gestaltetem 16-seitigen Booklet, das alle Texte im französischen Original enthält, sowie mehrere Bonus-Stücke, von denen es eins auf 15 Minuten Laufzeit bringt, sind ihr Geld allemal wert. Noch dazu hört man den beiden ersten NEMO-Studio-Alben durch das frische Remaster auch noch die wahre kompositorische wie sound-technische Größe an, die einem an den beiden 20 Jahre alten Alben zuvor an einigen Stellen noch verborgen blieb.


Die französischen Prog-Rocker, die konsequent bei ihren beiden „SI“-Konzeptalben plus der dazugehörigen Live-CD auf ihre Muttersprache setzen, wurden 1999 vom Gitarristen und Sänger Jean Pierre Louveton sowie Keyboarder Guillaume Fontaine und Schlagzeuger Pascal Bertrand (der bis zu den beiden „SI“-Veröffentlichungen der Band allerdings abhanden kam) gegründet. Und dass man sich als Bandname für NEMO entschied, verweist schon deutlich auf die Leidenschaft der Musiker für den futuristischen, französischen Schriftsteller und Landsmann JULES VERNE, dessen Kapitän NEMO das U-Boot 'Nautilus' „20.000 Meilen unter dem Meer“ steuert und befehligt. Musikalisch allerdings folgen NEMO den tiefen musikalischen Franco-Prog-Fußspuren der damals bereits in Frankreich kultisch verehrten 70er-Prog-Band ANGE.

Beide „SI“-Teile warten mit so etwa allem auf, was des Proggers Herz begehrt: komplexe Longtracks, Härte und Symphonik, Bombast und Akustik, Finsternis und ein paar erhellend-hoffnungsvolle Momente sowie ein zeitkritisches Konzept mit futuristischem, aber auch zeitgenössischem Bezug, in dem es um genetische Manipulationen und deren ethische Einordnung geht – und wozu es führen kann, wenn der Mensch Gott zu spielen versucht. Hierbei fixiert sich das 2006er-„SI Partie 1“ mehr auf die wissenschaftlichen Hintergründe von Gen-Manipulationen und das 2007er-„SI Partie 2“ auf die schrecklichen Folgen solcher Manipulationen, besonders wenn sie dem Menschen außer Kontrolle geraten.


„SI Partie 1“ wird von zwei Longtracks eingerahmt, wobei die deutlichen Anteile der Keyboards – oft auch des klassischen Klaviers – auffällig sind. Die Stücke entfalten sich meist aus ruhigeren Klängen heraus, nehmen immer mehr an Fahrt auf und setzen dann verstärkt auf von Schlagzeug und E-Gitarre sowie fette Bässe vorangetriebene Härte.
Im das Album abschließenden 20-Minuter „Apprentis sorciers“ kommt dann auf beeindruckende Weise sogar noch eine Violine ins Spiel und es schleichen sich ein paar offensichtlich jazzige Klänge ein.
Großartig!


Man braucht also die französische Sprache nicht zu verstehen, um die Bedrohlichkeit hinter der von NEMO gewählten Programmatik und deren (musikalische wie textliche) Komplexität zu erfassen. Dass sich hierbei oftmals auch sehr melancholische Klänge im Wechsel mit deprimierenden Akustik-Passagen und so einige Melodramatik einschleichen, ist bei NEMO im Grunde logisch – und machte vor nunmehr schon 20 Jahren bereits eine ihrer absoluten Stärken aus.


Gleiches gilt für die „SI“-Fortsetzung.
Teil 2 wird abrupt eingeblendet und stellt damit sofort die Parallele zum abrupten Ausblenden des ersten Teils her.
Ein wenig erinnert der Anfang an JETHRO TULLs „Warchild“, also das Teetrinken und die Gespräche, bis dann der Übergang in Richtung härterer und progressiverer Klänge erfolgt. So wird der unmittelbare Übergang aus dem ersten „SI“- in den zweiten „SI“-Teil vollzogen, sodass die Fortsetzungsabsicht unverkennbar ist.
Noch etwas düsterer, bedrohlicher, aber auch aggressiver und deutlich gitarrenlastiger entfaltet sich die Stimmung hinter „SI – L'homme idéal“. Denn nun entgleitet dem Menschen seine eigene Schöpfung, die er über die Natur zu stellen scheint.


Die diesmal deutlich zahlreicheren Stücke gehen unmittelbar ineinander über, stellen eine geschlossene Konzept-Fortsetzung dar, die ähnlich wie ein spannender Film in verschiedenen, ineinander verfließenden Kapiteln verläuft. Wiederum experimentieren NEMO mit den unterschiedlichsten Klängen und Stilen (von Prog bis Jazz, Hardrock bis akustische Melancholie), der Gesang von Jean Pierre Louveton klingt noch vielfältiger und wechselt zwischen unterschiedliche Stimmlagen, die durchaus bis in Arien-Gefilde abgleiten oder ohne instrumentale Unterstützung auskommen.
Ansonsten gilt auch für „SI – L'homme idéal“: Franco-Prog mit Vergangenheitsbezügen at it best!


Da kommt natürlich riesige Freude auf die letzte CD des liebevoll gestalteten und limitierten 3er-Packs auf. Denn nun gibt es die fette Live-Dröhnung rund um das „SI“-Spektakel mit „SI – Live am 17. März 2007 in Brives-Charensac“ zu hören und genießen, auch wenn sich NEMO hierbei nicht an die thematische Chronologie ihrer beiden Konzept-Studio-Alben halten und gleich mit dem die erste CD abschließenden 20-Minuter „Apprentis sorciers“ einsteigen und sich dann durch die Highlights ihrer beiden Studio-Alben arbeiten, aber auch auf frühere Aufnahmen ihrer Diskographie zurückgreifen.
Der Sound jedenfalls überzeugt und das Konzert, welches gleich mit ein paar wilden, jazzigen Piano-Einlagen beginnt, erst recht.
Sogar ein ausgiebiges Schlagzeug-Solo („Duo rhythmique“), welches dann noch in Konkurrenz zu einem Bass-Solo tritt, fehlt nicht.
Die Jungs versprühen die pure Spiel- und Experimentierfreude von der Bühne, spielen sich gegenseitig die improvisatorischen Musik-Bälle zu, um diese in herrlich progressiven Harmonien zu vereinen und frontal auf's Publikum abzufeuern.


Und dann wären da noch die völlig neuen Boni: „Douce mort“ von der ersten CD hört man während seiner knappen Viertelstunde den Demo-Charakter an. Trotzdem wird der NEMO-Freund über diese Beigabe begeistert sein, denn sie drückt die offensichtliche Studio-Verspieltheit der progressiven Franzosen aus – und klingt eben absolut authentisch, selbst wenn sie qualitativ bei Weitem nicht an die zuvor gehörte, richtig gute remasterte Variante des Original-Albums herankommt.
Die drei Studio-Boni von „SI – L'homme idéal“ passen sich bestens der zweiten CD an. Das spannende, leicht angejazzte Instrumental „Touché-coulé“ eröffnet den Bonus-Reigen in bester Klangqualität, während die beiden folgenden Demo-Aufnahmen klangtechnisch etwas abfallen, aber trotzdem die ganze spieltechnische Klasse der Franzosen noch einmal auf den Punkt bringen.


FAZIT Mit „SI Partie 1, SI Partie 2 & Live – 2026 Remaster“ lassen NEMO ihren 20 Jahre alten zweiteiligen Konzept-Klassiker in remasterter Form und um vier Bonusstücke sowie eine Live-CD erweitert wiederaufleben. Diese auf 500 Stück limitierte Neuauflage, welche ursprünglich im Jahr 2006 die Türen und Herzen aller Freunde guten Franco-Progs (mit vorsichtiger Orientierung Richtung ANGE) öffnete, darf nun in bester Klangqualität und wunderbar gestaltet (vierflügeliges Digipak) sowie mit einem 16-seitigen Booklet versehen, genossen werden. Bei besagter Limitierung auf 500 Stück sollte man allerdings so schnell wie möglich zugreifen. Es lohnt sich!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 45x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1 = SI = (72:12)
  • Douce mort
  • Ici, maintenant
  • Miroirs
  • Si
  • Apprentis sorciers
  • Bonus Track:
  • Douce mort – Rehearsal demo
  • CD 2 = SI – L'homme idéal = (68:04)
  • Introduction à la différence
  • Les enfants rois
  • Meme peau, meme destin
  • L'homme idéal (1)
  • Reflets
  • Décadanse
  • Une question de prix
  • Une question de temps
  • L'homme idéal (2)
  • Les visages du monde
  • Bonus Tracks:
  • Touché-coulé
  • Introduction à la différence – Rehearsal demo
  • Les enfants rois – Rehearsal demo
  • CD3 = SI – Live am 17. März 2007 in Brives-Charensac (Frankreich) = (71:56)
  • Apprentis sorciers
  • Meme peau, meme destin
  • Digressions sur 'L'homme idéal'
  • L'homme idéal
  • Ici, maintenant
  • Si
  • Duo rhythmique
  • Introduction à la différence
  • Les enfants rois
  • Mégalomanie
  • Présentations et adieux (1914)

Besetzung:

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