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Code 18: Two Places (Review)

Artist:

Code 18

Code 18: Two Places
Album:

Two Places

Medium: Download/CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Unicorn Digital/Just For Kicks
Spieldauer: 68:20
Erschienen: 01.05.2026
Website: [Link]

So, genau so und nicht anders sollte ein Progressive-Rock-Album, das an die guten alten 70er-Jahre und deren ganze Faszination gemahnt, klingen.
So, genau so wie „Two Places“ von den Retro-Prog-Kanadiern CODE 18!
Dass noch dazu als thematische Fortsetzung ihres Album-Debüts ein spannend-futuristisches Weltuntergangs-Konzept (der Krieg um die letzten Wasserreserven und das alles mit sich reißende Feuer, das man nicht mehr zu löschen vermag: „Nature is gone, ripped from the earth / Only dust remains, all is dead“) hinzukommt, welches selbst vor Arschlöchern – in diesem Falle rein instrumental – nicht haltmacht („The Lovers, the Incompetent, and the Asshole“), ist genauso beachtlich.
Schon das futuristische Album-Cover mit dem aus einem Kopf heraus erwachsenden, kafkaesken (Grusel-)Schloss deutet den offensichtlichen Weg Richtung ELP und YES sowie (Wer erinnert sich noch?) STARCASTLE an.


Und dann gibt’s gleich mehrere (genauer gesagt vier) beachtliche Longtracks zwischen 9 und 15 Minuten, die im besten KAFKA-Stil mit dem großen Prozess in „Justice?“ ihr Ende finden: „Waiting, still waiting / Is this what we call justice?“
Aber auch die kürzeren Songs mit der verzweifelten Kindheitsgeschichte im dunkel-balladesken, porcupinetreeschen „The Old House“ lassen in ihren nur dreieinhalb Minuten bei solch erzählerischem Songwriting aufhorchen.


Die 2008 vom Keyboarder, Komponisten und Produzenten Johnny Maz gegründet Band, die es mit „Human Error“ (2020) gerade mal auf ein Album brachte, erarbeitete sich nach und nach einen besonderen Ruf als eine Art Bewahrer von facettenreichem, symphonischem Progressive Rock, der komplex komponiert und zwischen akustischer Fragilität, kunstvollem Artrock und bombastischer Dynamik seine weit verschachtelten, mitunter experimentellen Bahnen zieht. Und dass Maz ein großer YES- und WAKEMAN-, aber auch EMERSON-Freund ist, sollte man nicht nur, wenn man sein großartiges „Wakeman-Tribute“ aus dem Garten kennt...


...vielleicht bereits im Vorfeld wissen.
Welche Erwartungen dabei geweckt und auf dem zweiten CODE 18-Album auch erfüllt werden, ist klar: Man lässt sich einfach auf die herrlich spannungsvollen (knapp) 70 Minuten hinter „Two Places“ ein und wird in einer Musik-Welt der progressiven Vergangenheit gefangen sein.

Zwar ist das alles nicht mutig, aber typisch.
Womit wir wieder bei diesem 'Genau so'... wären!

Auch dass im Grunde teilweise (und so gesehen) die HUIS-Band – inklusive deren Sänger – unter anderem Namen hinter CODE 18 steht, ist beachtlich, da auch deren Prog-Alben zwischen MARILLION und PENDRAGON viel Anklang fanden, selbst wenn einem bei CODE 18 eher PORCUPINE TREE in den Sinn kommen. Doch nicht nur die, denn da das Prog-Trio und ihre Gast-Musiker stark auf ausgedehnte Instrumental-Passagen setzen, sorgten eben speziell das Wakeman-Solo-Album um die sechs Frauen von König Henry oder die Alben von Emersons THE NICE sicherlich für so einige Maz-Anregungen. Denn dessen breitgefächertes Keyboard-Spiel bildet häufig den Mittelpunkt von „Two Places“.

Überraschend ist zudem, dass „Alors je Cherche“ mit einem auf Französisch gesprochenen Text und ein paar Jazz-Passagen aufwartet. Das gefällt – ganz ähnlich wie eins der vielen gelungenen SAMURAI OF PROG-Alben, die gern auf ähnliche Weise im Progressive Rock der Vergangenheit wildern.


Für Maz jedenfalls steht fest: „'Two Places' ist unser bisher ambitioniertestes Werk. Wir wollten sowohl in Bezug auf emotionale Resonanz als auch musikalische Erweiterung noch weiter gehen und gleichzeitig die Wurzeln würdigen, die uns hierher gebracht haben.“

Das alles ist auf dem zweiten Album der Kanadier nachvollziehbar gelungen, wobei die Wurzeln tatsächlich verdammt tief reichen und über dem progressiven Rockboden viele kunterbunte Blüten treiben, die in einem düster-dystopischen Text-Konzept daherkommen.


FAZIT: „Two Places“ der kanadischen Prog-Rocker CODE 18 ist die gelungene Fortsetzung ihres vor sechs Jahren erschienenen Debüts „Human Error“, in dem nunmehr konzeptionell ein Krieg um die letzten Wasserreserven, die zum Löschen der auf der Erde entflammten Feuer erforderlich sind, geführt wird. Und wie in jedem Krieg gibt es – wenn man diesen vertont – ein gigantisches Auf und Ab. Ideal für die Musik eben – im wahren Leben allerdings die totale Katastrophe. Das dystopische „Two Places“ jedenfalls ist keine Katastrophe, sondern eine spannende progressive Rockreise im besten 70er-Jahre-Stil von ELP bis YES oder PORCUPINE TREE und THE SAMURAI OF PROG, wobei besonders die fetten Keyboards von Johnny Maz – dem HUIS-Keyboarder – eine bedeutende Rolle spielen und einem KEITH EMERSON oder RICK WAKEMAN durchaus Konkurrenz machen könnten.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 35x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Prelude
  • Polyrhythm
  • The Old House
  • Alors je Cherche
  • The Lovers, the Incompetent, and the Asshole
  • Moving in a Peach Nightmare
  • A New Soul
  • Justice?

Besetzung:

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