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Bernd-Michael Land: Juice – Reise zum Jupiter – (Review)

Artist:

Bernd-Michael Land

Bernd-Michael Land: Juice – Reise zum Jupiter –
Album:

Juice – Reise zum Jupiter –

Medium: CD/Download
Stil:

Elektronische Musik auf den Spuren zum Jupiter und der 'Berliner Schule'

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 73:37
Erschienen: 27.03.2026
Website: [Link]

„Jeder Planet in unserem Sonnensystem hat aufgrund seiner spezifischen Größe eine ganz eigene 'Stimme'.“ (Bernd-Michael Land im Inneren des beeindruckenden, mit 28 Seiten extrem umfangreichen Booklets zu „Juice – Reise zum Jupiter –“)

Bitte nicht auf falsche Gedanken kommen!
Auf „Juice“, dem neuen Album des absoluten Vorzeige-Elektronikers und Electronic-Urgesteins BERND-MICHAEL LAND, dem es tatsächlich spätestens seit seinen letzten zwei Alben über den 'Klang der Erde' und die 'Endlichkeit allen Seins' gelang, in die kosmischen Elektroschuhe eines KLAUS SCHULZE zu schlüpfen und diese zu seiner eigenen passenden Größe zu machen, geht es auf seinem aktuellen 2026er-Werk nicht etwa um gepresste Säfte, sondern erneut um interstellare Themen. Ideale Themen für die elektronische Musik, die besonders den Vertretern der so genannten 'Berliner Schule' (Manuel Göttsching von ASHRA, Edgar Froese von TANGERINE DREAM, Klaus Schulze) die Bezeichnung kosmische Pioniere einbrachte. Nunmehr darf sich auch BERND-MICHAEL LAND den Kosmonauten-Anzug überstreifen und gemeinsam mit seinem (größtenteils) elektronischen Vintage-Instrumentarium die Reise der leider schon allesamt Verstorbenen als herrlich lebendiger Zeitgenosse mit antreten. Bleibe uns BML noch lange erhalten, denn genau auf diese Weise bleibt uns zugleich die Musik der drei ganz Großen des sich in den Siebzigern emanzipierenden und für viel Aufsehen sorgenden elektronischen Klang-Universum der ersten Güteklasse erhalten. Doch die Nische der elektronischen Musik, die einst (also in den 70er-Jahren) Millionen begeisterte, wird immer kleiner und kleiner.


„Juice“ steht als Begriff für die ESA-Raumsonde 'JUpiter ICy moons Explorer', welche zur Erforschung unseres äußeren Sonnensystems eingesetzt wird. Somit DAS Thema für einen Flug durch den elektronischen (Musik-)Kosmos mit BERND-MICHAEL LAND als Kapitän. Denn diese Mission bedarf schließlich einer gelungenen musikalischen Untermalung: BERND-MICHAEL LAND ist diese jedenfalls zu 100% gelungen. Wohl gerade weil er der Klangwelt dieser im April 2023 gestarteten Mission eine Klangwelt gegenüberstellt, die mit 'alten' elektronischen Musikerzeugern diese Zukunft bereits vorausahnte, indem sie kosmische Klänge voller Spannungen, Überraschungen, Rhythmen, Dissonanzen und Fantasien erschuf. Der Musiker als Kosmonaut hinter seinen sich auftürmenden Synthesizern, Kabeln, Bandmaschinen, Knöpfen, Tastaturen und Schaltern.

„Jeder Planet in unserem Sonnensystem hat aufgrund seiner spezifischen Größe eine ganz eigene 'Stimme'.“ Das ist die Auffassung von Land und so vertont er diese „Unendliche Stille“ (einfach im Booklet nachlesen), damit das Universum nicht stumm bleibt, sondern klangvoll über Menschens Ohr sich entfalten kann: „Die Realität ist jedoch viel faszinierender und unheimlicher zugleich.“ Zwei Stimmungen, die uns auf musikalische Weise in der elektronischen Musik hinter „Juice – Reise zum Jupiter –“ durchgängig begegnen und begleiten. Dazu dürfen gerne auch die wissenschaftlich unterfütterten Auslegungen im 28-Seiten-Booklet mitgelesen werden.

Auch ein stereotechnisches Klangspektakel, das besonders unter guten Kopfhörern zum Hochgenuss wird, wobei einen besonders die Effekte in „Simope“ schlicht in den Wahnsinn treiben, erwartet einen auf diesem interplanetaren Album, wobei Land zu einem grandiosen Klang-Trick greift: die 'Sonifikation', eine Technik, die Daten von Planeten in hörbare Klänge umwandelt. Klänge, die dadurch entstehen, weil Planeten über ihr atmosphärisches Magnetfeld mit den geladenen Teilchen des Sonnenwindes interagieren, wobei sich Radio- und Plasmawellen bilden. Hohe Magnetfeldstärken bedeuten dabei hohe Töne, niedrige demnach tiefere – und alle Schwankungen dazwischen verändern die Klänge. Das klingt nicht nur spannend, sondern hört sich bei BERND-MICHAEL LANDs aktuellem Album, das auf dieser Grundlage basiert, ebenso spannend an. Selbst wenn die kosmische Komponente hierbei vordergründig auf getragenere, schwebende Electronics setzt, die einem KLAUS SCHULZE sehr nahe sind. Garantiert hat daher Land im Gegensatz zu Schulze sicher kein Problem damit, wenn man ihn als einen 'Kosmischen Pionier' bezeichnet. Denn „Juice – Reise zum Jupiter –“ ist der unüberhörbare Beweis dafür: „Für mich ist der Blick zu den Sternen ein Blick in die Vergangenheit und zugleich eine Reise in eine unendliche Zukunft“.


FAZIT: Elektronische Musik auf den Spuren zum Jupiter und der 'Berliner Schule'. Das sich thematisch an die Klangreisen zu den Monden des Planeten Jupiter orientierende Album von BERND-MICHAEL LAND dreht sich als 'kosmisches Album' als eine künstlerisch-musikalische Referenz um das Thema Jupiter und Raumfahrt. Hierbei entwickelt BERND-MICHAEL LAND auf „Juice – Reise zum Jupiter –“ seine eigene Vision, basierend auf rein elektronischer Musik, die er als künstlerisches Gegenstück zur wissenschaftlichen Mission versteht, indem er dieser ihre ganz eigenen Klangräume verleiht. Vorbildlich unterstützt den neugierig gewordenen Hörer hierbei auch das 28-seitige Booklet (!!!), welches sich detailliert der Thematik annimmt und mit einer Vielzahl interessanter Fakten dafür sorgt, dass man noch besser in die Tiefe der Musik (oder deren kosmische Höhe) eindringen kann.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 62x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Europa
  • Amalthea
  • Ganymed
  • Kallisto
  • Io
  • Pasiphae
  • Elara
  • Leda
  • Himalia
  • Sinope
  • Carme

Besetzung:

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