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Arco Sinfónica: Movie Sinfónica (Review)

Artist:

Arco Sinfónica

Arco Sinfónica: Movie Sinfónica
Album:

Movie Sinfónica

Medium: Do-LP
Stil:

Jazz, Klassik, Soundtracks

Label: Neuklang/In-akustik
Spieldauer: 73:16
Erschienen: 27.02.2026
Website: [Link]

„Ich wage zu behaupten, dass diese Musik dem klassischen Publikum ein Gefühl von Vertrautheit vermitteln und auf Jazz-Fans anregend und inspirierend wirken kann, denn sie enthält Elemente aus der spätromantischen Orchesterliteratur, des Jazz, dem Orient, Kuba und Sounds aus der modernen Filmmusik – kurzum ein Album, das mehr ist als die Summe seiner einzelnen Teile.“ (Julia H. M. Diederich – Produzentin der „Movie Sinfónica“)

Wer auch immer die Hauptverantwortung für diese ausgezeichnete musikalische wie gestalterische Doppel-LP trägt, er hat sich auf keinen Fall lumpen lassen. Denn nur sehr, sehr selten entdeckt man ein musik-gestalterisches Rundum-Meisterwerk wie „Movie Sinfónica“ von ARCO SINFÓNICA!


Wo also anfangen?
Am besten wohl bei dem Untertitel zu „Movie Sinfónica“, den man als Überschrift im Inneren des Gatefoldcovers entdeckt und der einen umfangreichen deutschsprachigen Begleittext von der Produzentin Julia H. M. Diederich einleitet:

Eine Weltmusik-Suite in 3-D

Passender kann man es nicht ausdrücken, denn die filmische Sinfonie ist eine Erlebnis für jeden Musikliebhaber, welcher sich zwischen Orchestermusik und Jazz sowie Weltmusik, aber auch progressiven rockmusikalischen Gedankengängen wohlfühlt, der gelebte Hochgenuss.


So jedenfalls fühlte sich der Kritiker bereits nach dem ersten Hördurchgang, wobei es allerdings die Produzentin Julia H. M. Diederich in besagtem Begleittext gezielter auf den Punkt bringt: „Eine passendere und schöner Projektionsfläche als ARCO SINFÓNICA hätte man sich für diese Kompositionen nicht wünschen können, denn sie verlangten nach Musikern, die mühelos von einem klassischen Ansatz in einen jazzigen wechseln können, bereit sind, sich auf ungewöhnliche Klangkombinationen einzulassen, sodass die Jazzmusiker mit den klassischen Musikern zu einer Einheit werden. Das Ergebnis ist ein Album, das aufgrund der musikalischen Vielfalt, der klanglichen Texturen, der teils epochalen Weite und den jazzigen Soli wie eine Weltmusik-Suite in 3D klingt und an das Filmmusik-Genre erinnert, eines, das wie kein anderes für klangliche Offenheit steht und stilistisch am weitesten gespannt ist.“


Das also sagt die leitende Expertin und Produzentin zu diesem tatsächlich atemberaubenden Album, wobei bereits nach dem zweiten Hördurchgang weitere Erinnerungen beim Kritiker, der langsam immer mehr dieser Klangvielfalt verfällt, geweckt werden – also gehen wir noch etwas weiter: In diesem Jahr feiert eines der wohl un- und außergewöhnlichsten symphonischen Rock-Meisterwerke seinen 50. Geburtstag, das nunmehr nach seinem halbjahrhundertigen Ehrentag schon als echtes Jahrhundertwerk bezeichnet werden kann: „Tales Of Mystery And Imagination – Edgar Allan Poe“ vom THE ALAN PARSONS PROJECT. Mit „The Fall Of The House Of Usher“ befindet sich darauf ein 16 Minuten langes Lehrstück moderner orchestraler Musik in Vereinigung mit progressivem Rock sowie Jazz und klangtechnischer Faszination. Ein im Grunde unerreichtes, modernes Symphonie-Werk, dem ein ganz spezieller Rock-Geist innewohnt (Alan Parsons produzierte vor diesem Album immerhin „The Dark Side Of The Moon“ von PINK FLOYD).
Doch spätestens wenn man die LP-B-Seite von „Movie Sinfónica“ auflegt und dort der 10-Minuter „Jerusalem“ erklingt, dann findet man sich tatsächlich in dem untergehenden Haus Usher wieder, das allerdings bei ARCO SINFÓNICA dann nicht lautstark im düsteren Pfuhl versinkt, sondern mit einem zarten Saxophon-Solo in Richtung Himmel davonschwebt. Oder, um in „Jerusalem“ zu bleiben, den Weg von der geheimnisvollen Klagemauer hin zum prächtigen Felsendom auf dem Tempelberg beschreibt.


Solche Musik kann nur mit einem riesigen Orchester geschaffen werden. So sind es tatsächlich 40 beteiligte Musiker, sehr namhafte wie das GermanPops Orchestra, das beispielsweise bereits mit JON LORD und PAUL McCARTNEY oder Musikern von PROCOL HARUM, SUPERTRAMP und MANFRED MANN'S EARTHBAND zusammenarbeitete.
Hinzu kommen 5 Perkussionisten, 9 Big-Band-Bläser, E-Gitarre, E- und Akustik-Bass, Klavier, Schlagzeug plus 26 klassische geschulte Sänger und Sängerinnen – zusammengehalten von drei Tonmeistern, die für den perfekten Klang sorgen.
Mehr geht tatsächlich nicht!
Und genau das hört man!


Orchestrale Epik und Melodramatik (schon mit dem titelgebenden Album-Opener), breitwandig-cineastische Filmmusik („Love Theme“), chorale Klang-Ästhetik (erst ein gesprochenes Intro und dann ein großer Chor in „Aria“) und die Intimität akustischen Bar- sowie Big-Band-Jazz' („Nachtschicht“) im hervorragenden, sehr warmen und voluminösen Klanggewand sind das Musik-Fundament der Doppel-LP, die natürlich auf 180 Gramm schwerem Vinyl gepresst und um ein 12-seitges LP-Booklet erweitert (mit der Vorstellung der wichtigsten Musiker und jedes einzelnen Stücks und dessen Hintergründen) daherkommt.


Ideal passend hierzu das die LP-Front zierende Ölgemälde „Weiße Nacht“ der Künstlerin Irina Wolff, irgendwo zwischen Spätromantik und Frida Kahlo angesiedelt – ähnlich antagonistische Impressionen verbreitend wie die Musik, die man nicht interpretieren oder einordnen, sondern mit offenen Ohren und Geist einfach nur genießen kann.
So klingt es, wenn musikalische Leidenschaft auf leidenschaftliche Perfektion trifft. Das ist eben keine musiktheoretische Wissen-, sondern rein emotionale Leidenschaft – und hoffentlich kommt kein sich zum Experten berufend fühlender Zeitgenosse auf die Idee, daraus theoretisierend mehr zu machen als diesen Hochgenuss.
Hier kommt das wahre „Dolce Vita“!


FAZIT: Mit „Movie Sinfónica“ erschaffen ARCO SINFÓNICA mit über 40 Musikern unter Federführung der Produzentin Julia H. M. Diederich eine „Weltmusik-Suite in 3D“, indem sie kongenial mit einem symphonischen Werk verzaubern, welches „dem klassischen Publikum ein Gefühl von Vertrautheit vermitteln und auf Jazz-Fans anregend und inspirierend wirken kann, denn die Musik enthält Elemente aus der spätromantischen Orchesterliteratur, des Jazz, dem Orient, Kuba und Sounds aus der modernen Filmmusik“. Die filmmusikalisch anmutende Vereinigung ganz unterschiedlicher Musik-Welten zu einem neuen, bunt arrangierten Klang-Universum, das nicht nur von den Musikern, sondern auch den Hörern viel abverlangt – nämlich Leidenschaft pur und musikalischen Freigeist, der sich nicht in irgendwelche Schubladen zwängen lässt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 39x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 15 von 15 Punkten [?]
15 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (17:27):
  • Movie Sinfónica (4:11)
  • A Thing Of Me (7:29)
  • Why (5:47)
  • Seite B (18:54):
  • Jerusalem (9:30)
  • Intro Aria (0:26)
  • Aria (8:58)
  • Seite C (18:09):
  • Getting Better (9:28)
  • Passo Regia (2:38)
  • Nachtschicht (6:03)
  • Seite D (18:46):
  • Love Theme (5:44)
  • Justitia (9:34)
  • Dolce Vita (3:28)

Besetzung:

  • Gitarre - Heiko Gottberg
  • Keys - Kristjan Randalu
  • Schlagzeug - Wim de Vries
  • Sonstige - GermanPops Orchestra (5 Perkussionisten, 9 Big-Band-Bläser, E-Gitarre, E- und Akustik-Bass, Klavier, Schlagzeug, 3 Tonmeister), Mitglieder des State Opera Choir Stuttgart (9 Sänger) & SWR Vocalensemble (15 Sänger), Uli Röser (Posaune), Jens Müller (Flügelhorn), Maxim Zettel (Conga), Daniel Hanfeld (Timbales)

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