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Anton Roolaart: The Ballad Of General Jupiter (Review)
| Artist: | Anton Roolaart |
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| Album: | The Ballad Of General Jupiter |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Progressive Rock, Art Pop, Singer/Songwriter |
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| Label: | MoonJune Records | |
| Spieldauer: | 41:59 | |
| Erschienen: | 23.01.2026 | |
| Website: | [Link] |
„Vielen Dank dafür, dass ihr mir zuhört und ein Teil dieser Reise seid! Ich möchte, dass meine Musik die Menschen mit ihren inneren Gefühlen verbindet, ihr Bewusstsein schärft und sie zusammenbringt. Leider hören einige diese Musik mit kleinen Ohrstöpseln an Geräten mit geringer Qualität und teilen das Erlebnis nicht physisch.“ (Anton Roolaart)
Eine Bahnfahrt, die ist lustig, weil man in Deutschland nie weiß, wann man wirklich ankommt, wenn man den bereits unpünktlich im Bahnhof einfahrenden Zug besteigt. Das ist in Amsterdam, der holländischen Hauptstadt, völlig anders, sodass wir in ebendieser Hauptstadt von der Bahnhofsprecherin begrüßt werden – zumindest wenn wir uns gemeinsam mit dem holländischen Multiinstrumentalisten ANTON ROOLAART, der als nach Amerika Ausgewanderter wieder in sein Heimatland zurückkehrt, auf die progressive Rockreise durch sein „The Ballad Of General Jupiter“-Album begeben, dessen erste Station „Amsterdam“ ist.
Nun nimmt die schwer beeindruckende symphonische Prog-Rock-Reise immer mehr an Fahrt auf. Weg und Ziel sind offensichtlich die Siebzigerjahre, in welchen der Progressive Rock noch jede Menge Helden hervorbrachte, die man wie den heiligen Musik-Gral verehrte und deren göttliche Namen GENESIS oder PINK FLOYD und CARAVAN oder YES und BOWIE hießen. Hier macht auch Roolaart immer wieder Station, nachdem er – größtenteils im langsameren, manchmal aber auch im flotten Tempo in deren Musik-Bahnhöfe einläuft.
Die musikalischen Einflüsse des in Holland geborenen und schon in jungen Jahren mit seinen Eltern nach Amerika Ausgereisten sind unüberhörbar, aber nicht etwa kopiert. Eigentlich wuchs ANTON ROOLAART mit klassischer Musik, die sein Vater über alles liebte (und die ebenso in die Musik des Albums Einzug findet), auf: „Mein Vater war ein begeisterter Hörer klassischer Musik und Opern. Ich glaube, das hat den Grundstein für meine eigene Leidenschaft gelegt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er stundenlang malte, während in seinem Atelier Opernmusik lief. Er war völlig in seine Arbeit vertieft. Solche Leidenschaft prägt.“
Dann studierte ANTON ROOLART bereits mit 13 Jahren die klassische Gitarre, die wiederum eine mehr als bedeutende Rolle auf „The Ballad Of General Jupiter“ spielt, genauso wie Flöten und Saxophone oder fette Vintage-Keyboards und Synthesizer.
Über die klassische Musik fand der Teenager zum Progressive Rock. Ein Weg, den viele Prog-Rocker gingen. Und Roolaart geht diesen besonders konsequent, weswegen „The Ballad Of General Jupiter“ zu einer faszinierenden Mischung aus Akustik und Bombast wird und den Sympho-Prog auf der absoluten Höhe seiner Zeit präsentiert, in der dieses musikalische Ausnahmetalent selbst vor entspannten Jazz-Passagen nicht haltmacht.
Die Faszination hinter diesem Album liegt zugleich in der intensiven Intimität dahinter, worauf Roolart ausgiebig unter seiner bandcamp-Seite erläuternd eingeht: „Dieses Projekt ist ein Herzensprojekt, dessen Verwirklichung viele Jahre gedauert hat und auf musikalischen Ideen basiert, die Jahrzehnte zurückreichen. Aber es gab auch einige Umwege. Einer der einschneidendsten war die Verwirklichung meines Lebenstraums – der Umzug in die schöne Stadt Amsterdam, zurück zu meinen familiären Wurzeln. Dann, gerade als die Welt und Amsterdam sich nach COVID wieder zu öffnen begannen, wurde ich von einer schweren Infektion der Wirbelsäule heimgesucht, und nach etwa 18 Monaten begann ich wieder Fuß zu fassen – sowohl im wörtlichen als auch im musikalischen Sinne. Die Songs auf diesem Album sind Geschichten – Fragmente von Fantasie, Emotionen und Widerstandsfähigkeit. Mit ihnen wollte ich nicht nur persönliche Themen erkunden, sondern auch umfassendere, universelle Themen in einer Welt, die mit Unwahrheiten, Chaos, Gier und Ungerechtigkeit zu kämpfen hat.“
Ein Kampf, den wir momentan alle im Zeitalter der verlogenen Politik und des kriegstreiberischen Wahnsinns hautnah miterleben. So wird „The Ballad Of General Jupiter“ eine Art psychedelischer Soundtrack zu dieser Misere, der mit beeindruckender musikalischer Schönheit und bewegenden wie anklagenden Texten diese Situation auf den Punkt bringt – und uns dabei immer wieder an die Musik-Einflüsse erinnert, die in einer deutlich angenehmeren Zeit entstanden. Daher verkneift sich Roolaart selbst in dieser Beziehung ein eindeutiges Fazit nicht: „Künstler haben eine einzigartige Stimme. Heute ist es wichtiger denn je, sich zu den Geschehnissen in der Welt zu äußern. Dieses Album ist meine Art, dies zu tun – durch Musik.“
Und um dem Album noch eine besonderes progressive Tiefe zu verleihen, stellt Roolaart ans Ende seiner eigenen Kompositionen und Texte mit „Yesterday And Today“ einen Song von JON ANDERSON, der sich auf YES' 1969er-Debüt befindet.
Wichtig für Roolaart ist hierbei, dass er genau das, was die Musik seiner Vorbilder bei ihm bewirkte, auch auf seine Musik überträgt, mit der Absicht, dem Hörer das Gefühl zu vermitteln, etwas erlebt (und nicht etwa nur gehört) zu haben.
Nur wer lässt sich darauf noch ein?
Hoffentlich all diejenigen, die „The Ballad Of General Jupiter“ zur Hand nehmen, um 42 Minuten lang eine Reise durch die schönsten Momente symphonischer, progressiver Rockmusik und Art Pop mit tiefgreifenden Texten zu erleben – und die hoffentlich noch genau die Eigen- und Leidenschaft besitzen, die Roolaart heutzutage so sehr vermisst: „Ich vermisse es, mich mit Freunden zu treffen, eine Schallplatte aufzulegen und gemeinsam Musik zu hören sowie die Begleittexte zu lesen und zu sehen, wer welches Stück gespielt hat. Dabei außerdem unbedingt das Cover zu bewundern. Wir hörten damals nicht nur Progressive Rock, sondern alle möglichen Musikrichtungen. Aber genau das hier beschriebene Ritual war uns immens wichtig.“
FAZIT: Der progressive holländische, aber lange Zeit in Amerika lebenden Multi-Instrumentalist ANTON ROOLAART spricht davon, dass der Moment, der seine musikalische Laufbahn, die mit 13 Jahren an der klassischen Gitarre begann, beeinflusste sowie maßgeblich prägte, die Entdeckung der kreativen Welt der 70er- und 80er-Jahre war – insbesondere von Bands wie PINK FLOYD, YES (vor allem STEVE HOWEs Gitarrenspiel), GENESIS, KING CRIMSON, DAVID BOWIE, den BEATLES, CAT STEVENS und NEIL YOUNG. Er bezeichnet diese Musiker sogar als seine 'Mentoren'. Unglaublich, diese Vielfalt, oder? Wer das großartige „The Ballad Of General Jupiter“ hört, wird aber genau diese Einflüsse während der 42 ereignisreichen Musik-Minuten und den sich klar und deutlich auch in unangenehme Themen einmischenden Texte wiederentdecken.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Amsterdam
- The Ballad Of General Jupiter
- The Cry Of Seven Doves
- Touch Your Desire
- Star Child
- Rain
- And The Sky Turned Yellow
- Yesterday And Today
- Bass - Anton Roolaart
- Gesang - Anton Roolaart
- Gitarre - Anton Roolaart
- Keys - Anton Roolaart
- Schlagzeug - Bob Kirby
- Sonstige - Wouter Schueler (Flute and Saxaphones), Rozh Surchi, Mark Donato (Background Vocals), Sean Carolan (Newscaster Voice)
- The Ballad Of General Jupiter (2026) - 13/15 Punkten
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