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Is This Really Me: The Iron Door (Review)
Artist: | Is This Really Me |
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Album: | The Iron Door |
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Medium: | CD | |
Stil: | Folk/Pop/Psychedelic |
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Label: | Ice Will Melt Records | |
Spieldauer: | 44:32 | |
Erschienen: | 08.09.2017 | |
Website: | [Link] |
Nach GOOD OMENS kommt mit IS THIS REALLY ME die nächste finnische Folkformation des jungen Ice Will Melt Labels daher und präsentiert ihr Debüt „The Iron Door“. Angelehnt an Dostojewskis „Die Brüder Karamasov“ siedelt sich das Sechsergespann im immer noch angesagten Bereich zwischen Pop, Folk und einem leichten Psychedelic-Einschlag an.
Mit „Sun“ startet „The Iron Door“ extrem stark, sortiert sich der Song dank klassisch-minimalistischer Instrumentierung und bestechender Gesangsharmonien doch unmittelbar in der Oberklasse der BELLE AND SEBASTIANs dieser Welt ein. Der Folk muss erwiesenermaßen nicht neu erfunden werden, um zu überzeugen und – wie dieser Einstand ins Album – zu begeistern.
Das folgende „Promises“ legt eine Schippe drauf und gleichzeitig den Grundstein für einen gepflegten Ausflug in Richtung REM, der im historisch motivierten Protestpop von „Forty Acres“ seine Fortsetzung findet. „Caves“ glänzt mit Orgelflächen und einem Saxofon-Einschub von Pentti Luomakangas, wobei die Band zugunsten der Melancholie ein wenig auf die Bremse tritt. Auch das folgende „Safe no more“ reiht sich mit Lagerfeuerpicking und Streichern nahtlos in die nachdenklich-traurige Gesamtstimmung ein - ansprechend arrangiert und instrumentiert funktionieren eben auch gut abgehangene Strukturen hervorragend.
Schräg wird es mit „Freedom Riders“; Nazis, Raumschiffe und der Großinquisitor haben offenkundig auch ihren Platz in der hier deutlich psychedelischeren Spielart der Finnen. Nicht nur aufgrund der Titel-Ähnlichkeit kommen dem Hörer unweigerlich THE DOORS in den Sinn, die hier – gewollt oder nicht – außerordentlich authentisch zitiert werden.
Eine kurze Atempause brauchen IS THIS REALLY ME dem Anschein nach im Anschluss; „Black Feathers“ und „Folk Song“ sind eher in der Kategorie „more of the same“ zu verorten. „Roundabout Way“ schafft den Spagat zwischen Zurückhaltung und Schweineorgel und ebbt letztendlich in eine kurze Stille ab, aus der sich „Oblivion“ mit deutlichen „Promises“-Zitaten erhebt. Der kurze Abschluss „Lonely Fight“ rundet das Album mit Marimbaphon und weiteren Klangexperimenten ab und nährt den Verdacht, dass aus dieser Musik vermutlich 2-3 starke Filmsoundtracks entstehen könnten.
FAZIT: Helsinki scheint dieser Tage ein gutes Pflaster für zarten bis semi-energischen Folkpop zu sein. IS THIS REALLY ME feiern einen rundum gelungenen Einstand ohne große Experimente, dafür aber mit gutem Gespür für Melodien und die richtigen Zutaten aus Stipe-esquem Pop, Sturmreiter-Referenzen und klassischer Songwriterkunst.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Sun
- Promises
- Forty acres
- Cave
- Safe no more
- Freedom riders
- Black feathers
- Folk song
- Roundabout way
- Oblivion
- Lonely fight
- The Iron Door (2017) - 11/15 Punkten
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