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Between the Buried and Me: Coma Ecliptic (Review)

Artist:

Between the Buried and Me

Between the Buried and Me: Coma Ecliptic
Album:

Coma Ecliptic

Medium: CD/LP/CD+DVD
Stil:

Modern Progressive Metal mit Core-Einflüssen

Label: Metal Blade Records
Spieldauer: 68:32
Erschienen: 10.07.2015
Website: [Link]

BETWEEN THE BURIED AND ME sind zweifelsohne eine eigenständige Band. Die Konsequenz, mit der die Band auf Alben wie "Colors" gnadenlos Stile durcheinanderwürfelte, die normalerweise nichts gemeinsam haben und das Ganze in überlange Songs verpackte, ist sicherlich einzigartig. Das tritt auf "Coma Ecliptic" allerdings tatsächlich etwas in den Hintergrund – und damit hat sich die Band selbst einen Gefallen getan. Zumindest für den Verfasser dieser Zeilen wirkten die Genrewechsel mitten im Song, obwohl von der Band sicherlich strukturiert und durchdacht, immer etwas ziellos und nicht wirklich flüssig – allerdings stets spannend und gutklassig. Auf dem neuen Werk sieht die Sache dennoch etwas anders aus.

Natürlich agieren BTBAM auch weiterhin nicht völlig grade aus und oftmals wird auch noch mit großer Begeisterung und einer für das Genre ungewöhnlich lebendigen Spielfreude gefrickelt. Die angesprochenen Stilwechsel sind auch immer noch vorhanden, allerdings deutlich weniger extrem und dafür zielführender. Dadurch wirkt Coma Ecliptic sehr homogen. Die einzelnen Songs fließen quasi zu einer Masse zusammen und ergeben ein großes Ganzes. Dennoch wirken auch die einzelnen Stücke jedes für sich sehr wohldurchdacht und strukturiert, auch was die jeweilige Position im Albumkontext angeht.

Besonders hervorheben muss man die wirklich großartigen (Gesangs-)Melodien und –Harmonien, besonders in Songs wie "Famine Wolf" und "King Redeem – Queen Serene". Natürlich kommen weiterhin die härteren Passagen nicht zu kurz und auch aggressive Vocals haben nach wie vor ihren Platz, allerdings ist instrumental stets eine gewisse Melodik vorhanden, selbst wenn Sänger Tommy Rogers mal gen Gebrüll abdriftet. Fans der vorherigen Alben müssen sich aber natürlich dennoch nicht mit Grausen abwenden, denn obwohl alles kontrollierter wirkt als zuvor, lassen die Amerikaner ab und an noch ein bisschen den Wahnsinn von der Leine. Wenn sie in "Turn on the Darkness" spielend von viehischem Geballer in ein hochmelodisches Solo übergehen, das sich in einen ruhigen Teil mit wunderschöner Gesangsperformance entwickelt, nur um das Ganze dann quasi wieder rückgängig zu machen, bleibt man als Hörer einfach beeindruckt zurück. Gleiches gilt für den unvergleichlichen Beginn von "The Ectopic Stroll", den man sich so von keiner anderen Band vorstellen könnte.

Aber wie genau klingt "Coma Ecliptic" denn jetzt eigentlich? Auch wenn man versucht, sich der Idee zu erwehren, auf gewisse Art und Weise klingen BETWEEN THE BURIED AND ME an vielen Stellen wie die logische Weiterentwicklung der DREAM THEATER aus den 90ern hin zur Moderne, insbesondere wenn man an "Awake" und "Scenes from a Memory" denkt. Das schockiert nun hoffentlich niemanden zu sehr, aber die Einflüsse sind nicht von der Hand zu weisen, sei es in den Frickelpassagen von "The Ectopic Stroll" oder auch bei straighteren Songteilen mit Clean Vocals wie in "Turn on the Darkness" oder dem längsten Song des Albums "Memory Palace". Selbstverständlich bedient man sich in keiner Form explizit bei den ehemaligen New Yorker Musikstudenten, aber hin und wieder blitzen Melodieführungen und Instrumental-Abfahrten auf, bei denen man sich wünscht John Petrucci und Co. hätten sich genau so ins neue Jahrtausend transferiert und nicht so wie es letztlich geschehen ist. Interessant sind ebenfalls die Anklänge an die Prog-Rock-Helden der 70er, die in einigen sphärischen Instrumentalpassagen durchschimmern.

FAZIT: Man sollte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (beziehungsweise ja sogar davor) mit so etwas immer vorsichtig sein, aber es scheint als hätten BETWEEN THE BURIED AND ME hier ein Referenzwerk für die Zukunft des Progressive Metal (im weitesten Sinne) abgeliefert. Man hat gekonnt Einflüsse aus der Vergangenheit verarbeitet und sie zu einem eigenständigen und originellen Ganzen verwoben. Trotz der Länge ist das Album unglaublich kurzweilig und es gibt tatsächlich Passagen, die man schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Nichtsdestotrotz gibt es mit jedem weiteren Durchgang Neues zu entdecken. Dass es nicht bis zur absoluten Höchstnote gereicht hat, liegt daran, dass es einige wenige Stellen gibt, die etwas ziellos wirken (hauptsächlich in "Rapid Calm") und dass die gebrüllten Passagen in manchen (seltenen) Fällen etwas eintönig herüberkommen. Diese Kritikpunkte sind aber ohnehin marginal, besonders da sie von den Vorzügen des Albums mit links überwogen werden. Zumindest das Reinhören ist für jeden Fan progressiven Metals ein Muss. Keine Widerrede!

Lukas Heylmann (Info) (Review 4995x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Node
  • The Coma Machine
  • Dim Ignition
  • Famine Wolf
  • King Redeem - Queen Serene
  • Turn on the Darkness
  • The Ectopic Stroll
  • Rapid Calm
  • Memory Palace
  • Option Oblivion
  • Life in Velvet

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Thomas
gepostet am: 26.06.2015

Reingehört ja und für nicht gut befunden; die Brüllattacken gehen gar nicht!
Psyrhos
gepostet am: 26.06.2015

User-Wertung:
13 Punkte

Ein verdammt gutes Album. Aus irgendeinem Grund hatte es aber recht lang gebraucht, bevor ich es richtig gut fand. Ab ungefähr dem 5. Versuch hatte es dann geklickt.
Proggus
gepostet am: 29.06.2015

Das Album erscheint am 10.07.?! Wie kann man da schon reingehört haben?
Chris [musikreviews.de]
gepostet am: 09.07.2015

Proggus: Die Presse bekommt das Album oftmals ein paar Wochen, manchmal sogar bis zu zwei Monate vorher - je nach Label.

@Thomas: Die Brüllattacken gehören zu der Band. Extremer Metal war schon immer ein Bestandteil des BTBAM-Sounds, der eben auch mal brachialer wird.

Ich bin etwas enttäuscht von der Scheibe - meine Rezi erscheint am Releasetag auf BetreutesProggen :)
Proggus
gepostet am: 10.07.2015

@Chris: Schon klar... aber ich bin mal davon ausgegangen, dass Thomas und Psyrhos jetzt keine Pressemenschen sind und von daher meine Frage...
Jon
gepostet am: 12.07.2015

User-Wertung:
13 Punkte

Bis jetzt immer gespalten mit BtBaM, bin ich dieses Mal hellauf begeistert. Gesanglich endlich erträglich, musikalisch nicht nur wirre Stilmixereien, sondern extrem pointiertes Komponieren - sehr dynamisch, klingt alles wunderbar stringent, dicht und spannend. Sticht wahrscheinlich auch Hand.Cannot.Erase für dieses Jahr aus. Hut ab!
Pistol Pete
gepostet am: 17.01.2016

User-Wertung:
9 Punkte

Dieses Album kommt nicht annähernd an die beiden Parallaxe heran.
Marvin
gepostet am: 10.04.2016

User-Wertung:
15 Punkte

genial Thomas...und wir fragen uns, wieso der Metal stirbt...
Stimmt, Grund dafür sind Leute wie du...Ich hoff mal, dass die Band nicht auf Lappen wie dich hört und durch dementsprechendes Handeln die Musik a) total verweichlicht und b) total unkreativ und emotionslos macht.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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