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ROCKHARZ 2024 | Freitag, 05.07.2024 - Ballenstedt - 05.07.2024

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ROCKHARZ 2024 | Freitag, 05.07.2024 - Ballenstedt - 05.07.2024

Tag 3: Freitag, 05.07.2024

Seit dem Jahr 1993 hat sich am Fuße des nördlichsten Mittelgebirges der Republik ein Metal-Festival etabliert, dessen Bühnen anfangs auf LKW-Anhängern standen und etwa 100 Fans lockten, mittlerweile jedoch mit etwa 23.000 Besuchern zu den festen Größen im Festivalkalender der Metalheads zählt. Das Ganze findet seit 2009 auf dem Flugplatz Ballenstedt im Harz statt, der neben dem normalen Flugbetrieb in dieser Zeit auch das Abheben der Fans aufgrund harter Metal-Klänge ermöglicht.

Die beiden Bühnen Rock Stage und Dark Stage sind gleichwertig. Die Running-Order, in der es keine Zeitüberschneidungen der Shows gibt, ermöglicht den Fans, tatsächlich jeden Auftritt sehen zu können, was bei anderen Festivals eher selten der Fall ist.

Neben dem amtlichen Line-Up bietet das Festival darüber hinaus eine Reihe netter Annehmlichkeiten, die das Erlebnis abrunden und entspannt genießen lassen, hier sei insbesondere der familiäre Charakter des Events genannt, dessen Organisatoren stets die Überschaubarkeit über ein unkontrolliertes Wachstum gestellt haben.

SURGICAL STRIKE springen kurzfristig ein

Der Freitag startet mit SURGICAL STRIKE, die kurzfristig den durch Absage der DEFECTS frei gewordenen Slot übernommen haben und sich zu früher Stunde anschicken, den im Infield versammelten Metalheads den Schlaf aus den Augen zu hämmern. Thrash Metal ist angesagt und niemand der Anwesenden kann sich der Wirkung des Sounds entziehen, den die Kapelle hellwach spielt. Genau die richtige Dröhnung also, deren roter Faden von THE NIGHT ETERNAL im Anschluss trefflich weiter gesponnen wird. Die Essener füllen die Bühne locker aus, obwohl Shouter Ricardo Baum die Größe der Dark Stage anfangs nach eigener Aussage durchaus Respekt einflößt. Gemessen am Radius seiner Showeinlagen hätte diese aber nicht einen Zentimeter kleiner ausfallen dürfen.LEAGUE OF DISTORTION | ROCKHARZ 2024

Danach gibt es ein Wiedersehen mit LEAGUE OF DISTORTION, die nebenan die Menge bestens unterhalten. Frontlady Anna Brunner punktet insbesondere in den cleanen Gesangsparts der Refrains, die zunächst von den Fans intoniert, kurze Zeit später aber auch von den Übrigen Rockharzern erwidert werden. „LOD“ als bandeigene Hymne bleibt ebenso im Ohr wie die aktuelle Single „My Hate Will Go On“, die zur Bewältigung jeder Art von Trennungsschmerz prädestiniert erscheint.

LEAGUE OF DISTORTION und SPIDERGAWD liefern prächtig ab

Da geht es bei VOGELFREY schon etwas bedächtiger zu, deren Folk Rock zwar in Sachen Schnelligkeit ein paar Gänge zurückschaltet, hinsichtlich der prächtigen Stimmung vor der Bühne der LEAGUE aber in nichts nachsteht, zumal auch hier die Genres hübsch gewürfelt werden und SCOOTERs „How Much Is The Fish“ genauso für Stimmung sorgt wie „1000 Jahre Bier“ oder „Nie Wieder Met“.

SPIDERGAWD | ROCKHARZ 2024Mit SPIDERGAWD können der Papierform nach die Wenigsten im Vorfeld etwas anfangen, was sich mit den ersten Minuten der Show der aus Trondheim stammenden Combo ratzfatz erledigt hat: hier gibt es großartige Musik, geprägt von Rock´n´Roll Einflüssen, die von Saxofon und Stromgitarren zu perfekten Hooks der Gesangslinien umgesetzt werden. Die Band hat sieben Alben veröffentlicht, die vom selbst betitelten Debüt „Spidergawd“ einfach bis Album Nummer sieben in römischen Ziffern durchnummeriert sind. Ein unerwartetes Highlight des Tages, das in nächster Zeit hoffentlich wiederholt wird.

UNEARTH aus Winthrop, Massachusetts, lassen danach mit Metalcore der schmackhafteren Sorte aufhorchen. Kein Wunder also, dass Adam Dutkiewicz, Gitarrist bei KILLSWITCH ENGAGE, auf die Band aufmerksam wurde und für die Jungs als Produzent tätig war.

Á Capella Metal mit VAN CANTO steht zur Teatime auf dem Programm, obgleich es für die Band scheinbar noch früh am Tag ist, das fröhliche „Guten Morgen“ wirkt an dieser Stelle etwas verräterisch. Die Instrumente werden überwiegend von den Stimmen der Sängerin und der Sänger imitiert, ein Drumkit sorgt für den passenden Rhythmus, mit dem die Songs den nötigen Drive bekommen. „Rebellion“ (GRAVE DIGGER) oder der IRON MAIDEN Klassiker „Fear Of The Dark“ werden so in neuem Gewand in Szene BENEDICTION | ROCKHARZ 2024gesetzt während in der Folge mit BENEDICTION Death Metal alter Schule geboten wird, der Moshpits zuhauf generiert, während die Jungs auf der Bühne sichtlich Spaß an der Resonanz des Publikums haben.







KISSIN´ DYNAMITE als die wahren Headliner „with a bang“

DYING FETUS machen dort weiter, wo die Waffenbrüder von BENEDICTION aufgehört haben: Death Metal der härtsten Sorte wird gehämmert, während das Infield mit ungezählten Circlepits die Stimmung hält und sogar noch zu steigern weiß und nebenan im Mutantenstadl die Übertragung des EM Spiels Spanien vs. Deutschland deutlich weniger Zuschauer begeistern kann. Danach sind die Bogenschützen an der Reihe. UNLEASH THE ARCHERS zaubern trotz Jetlag einen schmackhaften Power Metal auf die Bühne, KISSIN´ DYNAMITE | ROCKHARZ 2024während die Show von KISSIN´ DYNAMITE zur Demonstration im besten Wortsinn gerät. „Back With A Bang“ heißt die just an diesem Tag veröffentlichte, neue Scheibe der Band, die mit einer ausgeklügelten Show in BON JOVI-Manier standesgemäß gefeiert wird. Hannes Braun geizt wie immer nicht mit diversen Posings – nein – auch seine Bandkollegen Ande Braun (Gitarre), Jim Müller (Gitarre), Steffen Haile (Bass) und Sebastian Berg (Schlagzeug) posieren zunächst auf dem Podest, bevor auch der Rest der Bühne in Beschlag genommen wird und man hier mal zu zweit oder zu dritt dem Publikum eine tolle Show bietet. Die Songs des neuen Albums schlagen ein wie es der Titel vermuten lässt: mit einem „Bang“. Das, was die Schwaben hier auf die Bühne bringen ist von internationalem Format und in dieser Form unwiderstehlich. Chapeau!AMARANTHE | ROCKHARZ 2024

Ob SUICIDAL TENDENCIES im Social Media Zeitalter ihren Bandnamen bereits verflucht haben, ist nicht überliefert. Fakt ist jedoch, dass eine Suche auf den einschlägigen Plattformen nach der Band zunächst einen Hinweis auf psychologische Hilfe ausspuckt, bevor die Accounts der Band erreichbar sind. Unter dem Motto „If you ain´t suicidal, you ain´t shit“ knüppeln die Kalifornier ihren Hardcore mit Thrash und Punk Einflüssen in die Menge, Mike "Cyco Miko" Muir unternimmt gegen Ende der Show sogar den Versuch, als Crowdsurfer das Infield unsicher zu machen, was der Security den Schweiß auf die Stirn treibt.

ALESTORM: We are here to drink your beer!

Weiter geht es mit Elize Ryd und AMARANTHE, die seit 2008 die Bühnen der Welt mit ihrem Mix aus Metal- und Popelementen ihr zu Hause nennen. Mit dabei ist auch der bestens aufgelegte Nils Molin, der bereits tags zuvor mit DYNAZTY ROCKHARZ-Luft schnuppern konnte. „The Catalyst“, „Nexus“ oder „Archangel“ garantieren prächtige Stimmung bevor AMARANTHE „Drop Dead Cynical“ die Show mit einem dicken Ausrufezeichen beenden.

Danach sind die Piraten los. ALESTORM sind wie immer nur aus einem Grund da: NANOWAR OF STEEL | ROCKHARZ 2024„We Are Here To Drink Your Beer“ ist Programm und wird auch offenkundig in die Tat umgesetzt. Die Party im Infield ist vehement, die aufblasbaren Plastikenten, die die Band in die Menge kickt, werden die ganze Show über von den Fans immer wieder in die Höhe geworfen. Als Rausschmeißer gibt es das unvermeidliche „F*cked With An Anchor“, das nochmals alle Kraftreserven mobilisieren kann.

Bei DIMMU BORGIR gibt es nebenan dann das komplette Kontrastprogramm zu sehen und zu hören. Die Norweger spielen Symphonic Metal, der zumeist ohne Licht auskommen muss, nur gelegentlich scheint der Lichttechniker die Erlaubnis zu haben, mit mehr als 100 Lux die Bühne zu erleuchten. Der Sound hingegen ist majestätisch, die Posen von Mastermind Shagrath tun ein Übriges, während seine Mannschaft nur selten hinter den Kulissen auftaucht.

Wem das zu düster war, geht nach NANOWAR OF STEEL anschließend dann wieder etwas beschwingter in die Koje. Die italienische Antwort auf alle sich zu wichtig nehmenden Metal-Poser glänzt mit einem komödiantischen Ansatz, der für gute Laune sorgt und den dritten Festivaltag mit lachenden Gesichtern beendet.

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Stefan Haarmann - Stellv. Chefredakteur (Info)

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