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T.G. Copperfield: Super Raw 13 (Review)

Artist:

T.G. Copperfield

T.G. Copperfield: Super Raw 13
Album:

Super Raw 13

Medium: LP farbig
Stil:

Rock, Blues, Americana

Label: Timezone Records
Spieldauer: 31:33
Erschienen: 23.10.2026
Website: [Link]

T.G. COPPERFIELD ist ein extrem fleißiger Blues-Rocker aus Deutschland, der anscheinend seit 2017 wie am Fließband ein Album nach dem anderen raushaut und dabei (bisher) tatsächlich keinerlei Ausschussware im bluesrockenden Angebot hatte.
Gleiches gilt auch für „Super Raw 13“, seinem – wer klug kombiniert, ahnt es bei diesem Titel schon – mittlerweile 13. Album. Dafür aber entdeckt er genau auf diesem Album seinen Hang für die neue Härte.
Denn auf dieses knackige, dynamische und hardrockige Niveau haben sich die zwölf Vorgänger bisher noch nicht erhoben.
Noch dazu gibt’s diesen rockigen Dauerbrenner bestens klingend auf grün-transparentem Vinyl (im gleichen Farbton wie auf dem Frontcover), auf dem es seine ganze dynamische Größe in sehr voluminösem, aber auch warm klingendem Sound entfaltet. Und so darf ein Song wie „Walk Into The Fire“ tatsächlich wie der feurige Ritt durch den Blues-Rock verstanden werden, nachdem zuvor regelrecht rotzig der Teufel in einem geweckt wurde, bis er später dann in der Kälte der Gesellschaft als verkappter Superman endgültig Abschied nimmt.


In Zeiten der KI setzt das Blues-Rock-Trio eindeutig auf die analogen Klangwelten, so viel elektrisches Gitarrenspiel darin diesmal auch vorkommt. Da klingt es fast schon liebevoll-ironisch, dass ein Großteil von „Super Raw 13“ auf einer 200-Euro-Baritongitarre und einer neuen Fuzzbox entstanden ist, damit diese Reduktion bewusst zu einem noch raueren und härteren Ansatz führt. Denn dass diese verdammte Digitalisierung längst zerstörerischer als sinnvoller geworden ist und die Welten eines Orwell zur Realität werden ließ, sollte langsam auch dem letzten Honk, der nur noch an seinem kleinen Bildschirm hängt, bewusstgeworden sein.
Nicht so bei T.G. COPPERFIELD, der sich eben auf diese Weise und mit dieser so herrlich handgemachten, hart rockenden und bluesigen Musik dagegen wehrt. Hier wird auf Teufel komm raus drauflosgespielt und bewiesen, dass alles live Eingespielte hundertmal besser klingt als alles hundertmal digital Bearbeitete. Daher wurde das gesamte Album sage und schreibe in nur 13 Stunden eingespielt und direkt im Studio arrangiert. Unfassbar! Aber wahr!


Während T.G. COPPERFIELD auf seinem Vorgänger-Album noch feststellte, dass seine Alben immer einen gehörig dunklen Unterton besaßen, gibt’s nun mit „Super Raw 13“ eins auf die Zwölf oder eben einen gehörigen Tritt in die Eier all der Ärsche, die uns in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft permanent weismachen wollen, dass sie die ganz großen Steher sind, obwohl nur ein paar schrumpelige Glöckchen an ihnen herunterhängen, deren schräg-verlogenes Gebimmel kaum noch jemand ertragen kann.

Schon der Opener „Thirteen“ ist ganz großes Kino, denn es lebt nicht von dem dann folgenden knackigen Gesang, sondern von einem sich langsam in Richtung DEEP PURPLE steigernden Hardrocker und einer gesprochenen Einführung, die sich zwischen Action- und Horror-Film zu bewegen scheint. Und dann, ja dann, wird das ungebändigte Feuer eröffnet, das sich gegen alles Digitale erhebt, was die Welt hinter „Super Raw 13“ massiv zu bedrohen scheint.


In diesem Sinne hat sich an der Einstellung des Mannes aus dem Bayrischen Wald nichts geändert. Stattdessen scheint T.G. COPPERFIELD und seine beiden gigantisch aufspielenden Hofmänner (Air & Hubi) diesmal die Kettensäge rauszuholen und ähnlich wie ein Javier Milei des Bluesrock ihr Umfeld mit allen Mitteln wieder zurück auf den harten Boden der Realität zu holen, so scharf sie dabei auch die analoge Musik-Säge ansetzen müssen. Hierbei klingen sie tatsächlich so hart, dass man sich dem Druck, der auf „Super Raw 13“ aufgebaut wird, kaum noch entziehen kann. Manchmal glaubt man sogar, hier würden sich LED ZEPPELIN an einem Trip durch die folkloristische Wildheit des Americana-Sounds bewegen.
Und spätestens wenn dann auch noch Superman in der Kälte krepiert, dann hat sich's erledigt – oder gibt’s da doch noch eine Hoffnung nach „Die In The Cold“?


Allerdings nervt es, dass seit den Zeiten des Vinyls viele Musiker – leider auch T.G. COPPERFIELD nicht ausgeschlossen – glauben, ihre Alben auf eine Laufzeit von gut einer halben Stunde zu beschränken. Leute, das ist doch echter Käse. Mindestens 40 Minuten und noch einige mehr passen ohne jegliche Klangeinschränkung auf das vinyle Klanggold, für das man als Käufer immer höhere Preise zu berappen hat. Da erwartet man eigentlich auch, dass dann wenigstens die Vinyl-Kapazität mit guter Musik gefüllt wird und sich nicht vorzeitig auf der LP-A- und B-Seite in Richtung Leerrille verabschiedet. Daher heißt es, wenn man an Material sparen will, dann sollte man auf keinen Fall an den musikalischen Ideen, die umfänglich auf besagtes Material passen, sparen. Einfach vielleicht etwas warten, bis man genügend Songs hat, um ein bis dahin halbstündig richtig gutes Album vollzumachen und dem Hörer wenigstens eine Dreiviertelstunde zu schenken. Denn der zahlt ja zwischenzeitlich für jede Musikminute, die er zu hören bekommt, etwa einen Vinyl-Euro.


FAZIT: Die digitalen Geister, die ich rief, die werde ich nun nicht mehr los! So sieht wohl leider der aktuelle Zeitgeist aus. Aber es gibt trotzdem – zumindest in der Musik-Branche – noch Hoffnung. Und diese kommt beispielsweise sogar aus dem Pinocchio-Land Deutschland und heißt T.G. COPPERFIELD, der seit 2017 in jedem seiner Alben auf bluesrockige Handarbeit setzt und diese auf dem grün-transparenten Vinyl von „Super Raw 13“ auf die Spitze treibt, indem er noch stärker auf die hardrockende Seite des Blues setzt und dabei dieses Album in nur 13 Stunden mit seinem Trio live im Studio einspielte und dort auch gleich ohne jeglichen Schnickschnack und vor allem ganz ohne KI arrangierte. Einziger Schwachpunkt hierbei ist nicht etwa die Musik, sondern die Spielzeit, die gerade mal eine halbe Stunde dauert.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 61x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (15:35):
  • Thirteen (2:50)
  • Original Sin (4:43)
  • Devil Inside (2:45)
  • Walk Into The Fire (3:02)
  • Shouting At The Sky (2:35)
  • Seite B (15:58):
  • Die In The Cold (3:34)
  • Little Box (2:40)
  • Hard Sell (2:49)
  • Ghost In The Machine (3:44)
  • At The Crossroads (3:11)

Besetzung:

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