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Needless: Premonition (Review)

Artist:

Needless

Needless: Premonition
Album:

Premonition

Medium: CD/Download/LP
Stil:

Progressive Death Metal

Label: Inertial Music
Spieldauer: 42:49
Erschienen: 30.05.2025
Website: [Link]

Progressive Death Metal verlangt nach fähigen Musikern, die ein Gespür für das Gefühl in der Musik haben, denn ohne ein solches wäre die Musik reine Technik-Onanie.
NEEDLESS gehen mit „Premonition“ auf Weltraummission und kreuzen damit die Wege von Bands wie OBSCURA, die mit ähnlicher Thematik ebenso technisch musizieren. Zwar werkeln diese Ungarn noch nicht so phantasievoll-freigeistig wie ihre Vorbilder, aber eine Nummer wie der Opener „Derelict“ gefällt durch komplexe, aber nicht zu langatmige Gitarrenausflüge, die sich immer wieder als Triebfedern des Soundbilds herausstellen.


Sehr stark, auch in Bezug auf die Bassarbeit, pflügt „Twilight Cradle“ mit marginalen Thrash-Trademarks durchs Death Metal-Sternenzelt. Unterstützt von spacigen Synthesizern wächst der Song zu einer Hymne für Headbanger an, bei der sich der Kontrast zwischen hochmelodischen Solos und der gepressten Growlstimme als stimmungsvolles Element erweist.

„Constellations“ stellt sich als verspielter Melancholic-Death Metal heraus und lässt in manchem Moment die ein- oder andere Parallele zu WINTERSUN aufkommen, die instrumental ähnlich verspielt ans Werk gehen. Die größte Überschneidung findet sich aber im gepressten Klargesang von Ádám Forczek, der in diesen kräftigen Sangesmomenten eine ähnliche Farbpalette wie Jari Mäenpää abbildet.


In „As Our Citadels Burn“ wird es nochmal epischer, die vertrackten Momente rücken etwas in den Hintergrund, wodurch vor allem die schnellen Soli-Passagen mehr Raum bekommen. Gleichzeitig wirkt der Gesang bewusst theatralisch, wodurch sich die ein- oder andere Assoziation zu einer extremen Filmmusik-Version nicht vermeiden lässt.

Mit „Dark Epiphany“ hält dann Gothic-mäßige Düster-Romantik Einzug, was vor allem auf den anfänglichen Klargesang zurückgeht. Zugleich gefällt die Inszenierung der Bassarbeit durch einen unvorhersehbaren Ansatz, zu dem sich die Gitarristen nach Herzenslust austoben und fast orchestrale Elemente einbringen (von den realen Streicher-Elementen und einem Saxophon-Solo mal abgesehen…).


„The Outer Reach“ nimmt im Anschluss das Tempo raus und gefällt durch ein unruhiges Element, das eine Art Wellenbewegung in die Musik einbringt. Dass sich die unterschiedlichen Gesangsstile bisweilen überlagern, sorgt für eine aufreibende Stimmung, die bisweilen aber auch marginal chaotisch erscheint.

Im Falle von „Worlds Forgotten, Dreams Undone“ folgt der finale Sturm auf Doom-metallische Ruhe. Geprägt von ausgedehnten Solo-Ausflügen der Gitarren, mündet das Stück schließlich in melancholischen Gitarrenläufen, die sich über den Blastbeats ausbreiten und die finale Schlacht gegen die Space-Keyboards antreten, ehe das Stück mit reichlich Tempo und Drama (der Gesang) endet.


FAZIT: NEEDLESS überraschen weniger durch die moderne Ausrichtung ihres Sounds als durch die kleinen Experimente, in denen sie diverse Hartmusik-Genres miteinander verquicken. Zwischen Orchester-Drama und Fingerknoten-Bass liegt hier manchmal nur ein einziges Riff. Dass die Stücke unterm Strich dennoch erstaunlich geradlinig dahinfließen, ohne offensichtlich zerrissen zu klingen, spricht für das kompositorische und instrumentale Können der Musiker.

Dominik Maier (Info) (Review 36x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Derelict
  • Metatrons In Sunken Arks
  • Twilight Cradle
  • Constellations
  • As Our Citadels Burn
  • Dark Epiphany
  • The Outer Reach
  • Worlds Forgotten, Dreams Undone

Besetzung:

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