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Josh Island: Imaginary Borders (Review)

Artist:

Josh Island

Josh Island: Imaginary Borders
Album:

Imaginary Borders

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Singwriter, Pop, Folk

Label: popup-records
Spieldauer: 43:52
Erschienen: 06.03.2026
Website: [Link]

„Wenn du das hier liest, hat meine Musik bereits eine kleine Grenze überschritten. Bei 'Imaginary Borders' geht es darum, die Grenzen zu überwinden, die wir zwischen uns ziehen – denn letztendlich sind wir gar nicht so unterschiedlich. Diese Gefühle habe ich in diese Songs einfließen lassen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen Luxemburg, Lissabon, Amsterdam und Athen entstanden sind, wobei jeder Ort seine eigene Inspiration bot. Ich hoffe, dass sie die Menschen ein wenig näher zusammenbringen.“ (JOSH ISLAND unter seiner bandcamp-Seite)

Er ist (trotz oder gerade seines Namens wegen) keine Insel, die von Wasser umgeben und begrenzt ist, dieser JOSH ISLAND, sondern ein Musiker, dem die Freiheit und alle inneren wie äußeren Grenzen (also die imaginären Grenzen) Grund genug sind, um für das Eine – die Freiheit – einzustehen und gegen das Andere – die Grenzen – anzukämpfen, anzutexten, anzusingen.
Sein zweites Album „Imaginary Borders“ ist der gelungene Versuch, als Musiker mit viel Gefühl und Poesie sowie einer einprägsam-angenehmen Stimme plus spannenden wie abwechslungsreichen Kompositionen („Little Boy On The Hill“ ist diesbezüglich schon ein echtes Song-Meisterwerk) seiner Hoffnung (und sicher auch der Hoffnung vieler seiner Hörer) Ausdruck zu verleihen.


Mit „Artemis“ startet das Album des musikalischen Weltenbummlers aus Luxemburg durch und ist zugleich eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat Athen. Echter Folk-Pop mit einem sehr eingängigen Refrain.

Überhaupt lebt „Imaginary Borders“ von eingängigen Melodien, die sich mitunter zu echten Ohrwürmern oder hymnischen Breitwand-Sounds steigern und viel Optimismus mit sich bringen.
Moderner Pop mit Singer/Songwriter-Anspruch. Da kommen einem beim Hören der 45 'Insel'-Minuten immer wieder ein FINK oder ED SHEERAN in den Sinn. Diese Stimmung kennt man nur zu gut – und genau hier liegt auch die Schwäche hinter „Imaginary Borders“. Es passiert zu wenig. Die (oft radiotauglichen) Melodien dominieren das Album. Wirklich (wage)mutige Wendungen sind kaum zu entdecken, dafür aber jede Menge Ahhaa-Haas und Uhhuu-Huus oder Na-Na-Naas („We Can Win“), um die Stimmungen zu halten und nicht von den Melodiebögen abzuweichen.


Demgegenüber setzen die Texte auf klare Botschaften verpackt in eine beeindruckend bildhafte Sprache. „Courage“ ist ein hervorragendes Beispiel hierfür. Es geht um Mut und Wahrhaftigkeit, sich gegen die einen traumatisierenden Monster um sich herum und in sich selber durchzusetzen: „Courage the face / The monster that lives deep down in our crest / Courage the face / The darkness that kills the light that is upahead“.


Auch die Liebeslieder sind kein belangloses Dahingesäusel, sondern die Bitte, einen mit seinen Stärken und Schwächen gleichermaßen zu akzeptieren – und die Dankbarkeit dafür – so wie in „Unconditionally“.
Viel Romantik schimmert in den Songs durch.
Viel Schönklang.
Viel Harmonie.
Vielleicht ist es ja doch ein Insel-Album geworden, dieses zweite Album von JOSH ISLAND?!


Eine Entscheidung, die jeder über seine Insel-Alben nachgrübelnder Hörer für sich selber treffen sollte – hier wird er auf jeden Fall, selbst wenn er sich gerne vom Radio berieseln lässt, bestens bedient.

Eine kluge Musiker-Entscheidung ist wiederum, diese harmonische Musik-Dreiviertelstunde mit „We Can Win“ und besagten 'Naa-Naa-Naaas' enden zu lassen – ein Song, der als Klavierstück beginnt und im großen Harmonie-Bombast endet. Ein wenig klingt's wie die Zusammenfassung der imaginären Grenzen, in der JOSH ISLAND mit seinen 13 Songs zwar keine Grenzüberschreitungen begeht, aber doch ein paar deutliche Kerben in die Grenzzäune schlägt – oder wie in „Birds“ einfach darüber hinwegfliegt.


FAZIT: Wenn JOSH ISLAND seine imaginären Grenzen hervorholt, klingt er wie ein singender Geschichtenerzähler mit sehr viel Pop-Appeal und dem Hang zu wunderschönen, eingängigen Melodien. „Imaginary Borders“ ist ein Album zwischen Pop und Folk und Singer/Songwriter-Themen, das sich der totalen Freiheit öffnet, allerdings dabei doch in klar strukturierten, sehr harmonischen musikalischen Grenzen bewegt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 158x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Artemis
  • Little Boy On The Hill
  • Courage
  • Unconditionally
  • Love In The Corner
  • Blind Driver
  • Breeze
  • Ropes
  • You & Me
  • Birds
  • Don't Pull Yourself Down
  • Rise Up
  • We Can Win

Besetzung:

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