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Koldbrann: Ingen Skånsel (Review)

Artist:

Koldbrann

Koldbrann: Ingen Skånsel
Album:

Ingen Skånsel

Medium: CD/LP/MC/Download
Stil:

Black Metal

Label: Dark Essence Records
Spieldauer: 52:52
Erschienen: 23.08.2024
Website: [Link]

Nach guten elf Jahren Sendepause melden sich KOLDBRANN 2024 mit „Ingen Skånsel“ zurück und zeigen keine Gnade (so lautet der Albumtitel zu Deutsch). Allerdings gehen Frontmann Mannevond und Co. nicht stur barbarisch ans Werk, sondern wissen um den Reiz von kompositorischer Finesse, ohne genreuntypische Seitwärtsschritte zu vollziehen.

Die Norweger klingen rau und kalt und bedienen sich einer schroffen Attitüde, die ebenso im Sound des Albums zu finden ist. Der Titeltrack fällt aber nicht sofort mit der Tür ins Haus, sondern leitet mit schneidend kalter Gitarrenmelodie zu schleppenden Drums eher majestätisch ins Geschehen ein, ehe ein polternder Eissturm losbricht.


Die musikalische Hatz geht mit „Et Uomtvistelig Falsum“ weiter, das u.a. auch den wohlklingenden Mix der Platte betont, der sämtliche Instrumente kalt und feindselig tönen lässt, aber doch jedem Ton genug Raum verleiht, was u.a. der stets wunderbar zur Geltung kommende Bass unterstreicht. Ein weiterer Pluspunkt der Scheibe ist ihre Vielfalt innerhalb klar gesteckter Grenzen. Ein Stück wie „I Unaturens Vold“ klingt unerbittlich kalt, die Gitarren schneiden fies durchs Gebälk...


...ehe das atmosphärische Interlude „Det Kryper Kaldt“ beklemmende Finsternis ausstrahlt und marginale Post-Rock-Referenzen auffährt, die von „Maskiner av Nihil“ aber wieder mit dem Riffschwert zerschnitten werden.
Dabei wissen die Norweger stets um den Reiz von Tempovariation und lassen u.a. ein wenig Black'n'Roll in ihren Sound einfließen („Forstanden Seiler Sin Egen Sjø“), während an anderer Stelle ein unnachgiebiges Riffdonnerwetter klangliche Hagelschauer auf den Hörer herniederprasseln lässt („Fortærer av Minne og Form“).


KOLDBRANN variieren aber stets mit kompositorischem Geschick im eigenen Genre und gestalten ihre Songs meist unvorhersehbar, ohne aus dem Rahmen von Frost und Dunkelheit auszubrechen.
„Rykk Skaperverket Opp med Roten“ etwa variiert seinen Groove mehrmals, stellt unnachgiebige Schnelligkeit neben Rock n‘ Roll-Groove, der von einem herrlichen Bassspiel unterstrichen wird, ohne dass die atmosphärische Kälte bzw. grundlegend nihilistische Deibeligkeit der Norweger verwässert wird.
Das instrumentale „Vorde Eders Farkost en Katafalk“ entpuppt sich im Anschluss als intriganter Schleifer, der mit kleinen Schrägheiten in Sachen Melodie ein diffuses Unbehagen erzeugt, das in „Serenade til Dødens Elende“ von schwarzmetallischen Dornen durchstochen wird.


Der instrumentale CD Bonustrack „Elevert Hinsides Tilstand“ gibt sich verschleppt und finster, bringt aber hypnotische Gitarrenmotive ins Spiel, die Eskapismus suggerieren, aber gerade durch diesen Umstand noch tiefer im nihilistischem Gefühl fußen, als es bei der räudigen Seite dieses Albums der Fall ist.
Denn was kann lebensfeindlicher sein, als dessen Ende wenigstens emotional zu akzeptieren?


FAZIT: KOLDBRANN haben mit „Ingen Skånsel“ ein gleichsam forsches und unnachgiebiges Genre-Werk vorgelegt, ohne die Grenzen des räudig-frostigen Black Metal bewusst zu verlassen. Manch kleiner Kniff erweitert den eng gesteckten Rahmen der Atmosphäre wegen, was letztendlich zu einer lehrbuchmäßigen Schwarzmetall-Feier führt, die mit überzeugendem Herzblut abgehalten wird.

Dominik Maier (Info) (Review 222x gelesen, veröffentlicht am )

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13 Punkte
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Tracklist:
  • Ingen Skånsel
  • Et Uomtvistelig Falsum
  • I Unaturens Vold
  • Prosesjon Under Blyhimmel
  • Det Kryper Kaldt
  • Maskiner av Nihil
  • Forstanden Seiler Sin Egen Sjø
  • Fortærer av Minne og Form
  • Rykk Skaperverket Opp med Roten
  • Vorde Eders Farkost en Katafalk
  • Serenade til Dødens Elende
  • Elevert Hinsides Tilstand (Bonustrack)

Besetzung:

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