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SOiL: Whole (Review)
Artist: | SOiL |
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Album: | Whole |
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Medium: | CD | |
Stil: | Alternative Metal |
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Label: | AFM Records | |
Spieldauer: | 37:39 | |
Erschienen: | 16.08.2013 | |
Website: | [Link] |
Wie gut, dass auch moderner Metal in die Jahre kommt. Als das Album „Scars“, dessen Auskopplung „Halo“ bei MTV seinerzeit rauf- und runtergespielt wurde, im Jahr 2011 seinen zehnjährigen Geburtstag feierte, kam zusammen, was wohl irgendwie einfach zusammengehört: Ryan McCombs und SOIL.
Nicht, dass der charismatische Brüllwürfel nicht irgendwie zu ersetzen gewesen wäre, als er 2004 zu DROWNING POOL flüchtete; seine Nachfolger AJ Cavalier und Jordan Lee konnten es jedenfalls nicht und erst recht nicht die Alben, auf denen sie sangen. Insbesondere „Perfect Picture“ hätte kaum redundanter ausfallen können.
„Whole“ hat also vergleichbar leichtes Spiel. Erwartungsgemäß bringt McCombs alleine durch seine schiere Präsenz soviel Groove zurück ins Gefüge, dass alle Platten bis „Redefine“ mühelos abgefrühstückt werden. Entsprechend wird nicht lange gezögert: Treibendes Riffing von Sekunde 1 an, ja in Sekunde 4 gar ein erstes Mini-Solo. Sekunde 10: Auftritt McCombs und die halbe Miete ist in wenigen Augenblicken eingefahren. Dessen Grizzly-Röhre entführt uns sofort heimwärts. DAS ist die Identität von SOIL, nicht das Wischiwaschi-Geplucker zuletzt.
Ebenso schnell wird klar: Dies ist praktisch „Redefine II“, eine schlichte „Scars“-Replika. Angefangen beim Fünf-Buchtaben-Titel bis zur puristischen Auskleidung (Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren, Gesang, kein Schnickschnack) richtet sich alles danach, wie „Scars“ funktioniert hatte. Wie schon bei „Redefine“ gilt nur leider: Es lässt sich nicht kalkulieren, welche Hooks sich bei der Klientel besonders gut festhaken. Wegen der Fixierung auf Vergangenes bleibt zwar die Gefahr aus, sich an neuen Herausforderungen zu übernehmen oder sich der Verseichtung auszusetzen - die Reproduktion der unverhofften Energieentladung bleibt aber relativ unwahrscheinlich, da man immerhin gerade dies mit Anstrengung zu erreichen versucht. Und das hört man.
Letztlich hat das Songmaterial auf „Whole“ wieder deutlich mehr Feuer unterm Hintern als SOIL in den letzten Jahren, echte Blutegelqualitäten weist es aber nicht auf. Es wummst, aber viel zu gleichförmig. McCombs selbst hat in seiner Zeit bei DROWNING POOL auch nicht wirklich Neues dazugelernt oder möchte es nicht zeigen, denn sämtliche Tricks hat er bereits vor zwölf Jahren angewandt.
FAZIT: „Whole“ ist für Metaller, die positive Überraschungen ebenso wenig schätzen wie negative. Die Wiedervereinten haben sich beim Geburtstag von „Scars“ offenbar von der Nostalgie übermannen lassen und klammern sich nun daran fest. Als jemand, der den 2001ern selbst hinterhertrauert, kann man damit sicherlich ganz gut leben, aber letztlich bleiben SOIL ganz klar eine Ein-Album-Band, und dieses Album heißt nicht „Whole“, sondern „Scars“.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Loaded Gun
- The Hate Song
- Ugly
- Way Gone
- Psychopath
- Shine On
- Wake Up
- Amalgamation
- My Time
- Little Liar
- One Love
- Bass - Tim King
- Gesang - Ryan McCombs, Adam Zadel
- Gitarre - Adam Zadel
- Schlagzeug - Will Hunt
- Whole (2013) - 8/15 Punkten
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