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Mamsell Zazou: The Ocean Next Door (Review)
Artist: | Mamsell Zazou |
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Album: | The Ocean Next Door |
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Medium: | CD | |
Stil: | Jazz/Impro mit Musical-Flair |
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Label: | Unit Records | |
Spieldauer: | 56:33 | |
Erschienen: | 14.09.2012 | |
Website: | [Link] |
Löcher in Achselhöhlen graben, um dort sein Zuhause zu finden? Ein Uhren-Liebespaar? Den Mond einpacken? Schildkröten, die Karussell fahren? Die Phantasie dieses Würzburger Quartetts läuft auf Hochtouren, was die lyrischen Ergüsse betrifft. Doch auch musikalisch weiß das von Sängerin Christine Boersch-Supan vokal geschmückte Ganze mit Einfallsreichtum zu glänzen, ja gar zu schillern, nein, zu leuchten. Gleißend.
MAMSELL ZAZOU haben ihre Wurzeln zwar hörbar im Jazz und besitzen eine Affinität zur Free-Variante des Genres, aber ihre Kompositionen sind ungleich viel mehr als Jazz. Denn oftmals sind die Nummern beinahe wie kleine Theater- und Musicalstücke aufgebaut, und neben chansonesken Parts wird viel improvisiert, manchmal dominieren Geräuschexperimente, Klangcollagen und Chaos, und neben der deutschen und englischen Sprache verwendet die Frau am Mikrofon gern auch mal Phantasiesprache, wie sie in „Mr. & Mr. Clockwork“ eindrucksvoll und mit vokalakrobatischen Einlagen beweist.
Während zahlreiche andere, ähnlich gelagerte Musikerkollektive im Grunde mehr oder minder ein zwar ebenfalls professionelles, technisch beeindruckendes Panorama erschaffen, gelingt es MAMSELL ZAZOU spielend und auf überwältigende Weise, dem Zuhörer dank der Expressivität der einzelnen Nummern ein Kopfkino erster Klasse zu bescheren. In Technicolor, in 3D, mit 5.1 Dolby Surround, mit Geschmacks-, Geruchs- und Gefühls-Gadgets.
Schmunzeln, staunen, ergriffen sein, lauthals lachen, den Kopf schütteln, mitgrooven, die Gesichtsmuskulatur anhand diverser Gefühlsregungen trainieren, die Augenbrauen heben - die Reaktionen, die man beim Hören dieses tollen Debüts zeigt, könnten vielschichtiger kaum sein. Der Vierer hat den Bezug Musik/Kunst hier zu 100 Prozent wiederhergestellt, und das mit einer Liebe, die ins Herz trifft.
FAZIT: Ein Muss für jeden Fan experimenteller Jazzklänge, der Wert auf Aussagekraft legt.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen
- Aquatic Remedy
- Underneath
- Wrap Up The Moon
- Mr. & Mrs. Clockwork
- Lullabyebye
- Funny Little Strawberry Man
- Fallen Fruit
- Die Schildkröte auf dem Karussell
- Riverside Song
- Gesang - Christine Boersch-Supan
- Gitarre - Phillip Staffa
- Schlagzeug - Fabian Hoenes
- Sonstige - Martin Knorz (Fender Rhodes, Moog), Fabian Hoenes Glockenspiel)
- The Ocean Next Door (2012) - 12/15 Punkten
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