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Red Sand: A World Without War (Review)

Artist:

Red Sand

Red Sand: A World Without War
Album:

A World Without War

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: SPBN Music/Just For Kicks
Spieldauer: 51:46
Erschienen: 02.10.2026
Website: [Link]

„I dream of a world of peace. A world of love. Where all colors are one. Where all religions are one.“ (RED SAND mit einer Lennon-ähnlichen Friedensbotschaft, welche als erste Sätze das dreiflügelige Digipak von „A World Without War“ zieren!)

Welch wunderbarer Wunsch sich doch hinter dem Album-Titel und dem traurig-naiv erscheinenden, aber auf den zweiten Blick doch erschreckend erscheinenden Cover der neuen RED SAND-Veröffentlichung offenbart: Eine Welt ohne Krieg!
Wie schön, friedlich, liebevoll und harmonisch das doch wäre.
Doch wie oft dies auch ein JOHN LENNON wieder und wieder besang, bis man ihm hinterhältig und religiös fanatisch so oft in den Rücken schoss, bis er auf der Fahrt ins Krankenhaus seinen letzten Atemzug tat; der Wunsch wurde gemeinsam mit ihm – so scheint es – gleich mit erschossen.
Oder wenn ein UDO LINDENBERG genau vor 45 Jahren (ein Jahr nach dem Tod von Lennon) im Oktober 1981 den Sohn seines damaligen Keyboarders gemeinsam mit ihm die singende Frage: „Wozu sind Kriege da?“ stellen ließ und darauf eine klare Antwort, formuliert in einer weiteren Frage, fand: „Oder geht’s da auch um Geld, um Geld für die wenigen Bonzen, die Panzer und Raketen bau'n und dann Gold und Brillanten kaufen für ihre eleganten Frau'n?“

„A World Without War“ ist ein frommer Wunsch – doch wie's scheint wird er das auch auf ewig bleiben: ein Wunsch.


Während man wild die Messer wetzt und die Waffen durchlädt, Raketen aufeinander abschießt und ganz modern dank modernster Technik nunmehr gleich mörderische Drohnen auf tödliche und zerstörerische Mission schickt. Wie in einem geilen Kriegscomputerspiel. Dummerweise sind all die Getöteten ringsumher doch tatsächlich echte Menschen aus Fleisch und Blut, genauso echt wie die Ruinen um sie herum. Nun ja, wenn die Waffen sprechen, setzt der Verstand und die Menschlichkeit aus.
Ja, in solchen Zeiten hilft natürlich auch die Musik nicht mehr. Doch sie kann einen erfreuen, zum Nachdenken anregen und genau die andere, die friedliche Seite in Zeiten des Krieges zeigen – genau so wie es RED SAND auf ihrem „A World Without War“ tuen und dazu im dreiflügeligen Digipak noch ein paar eindeutige Wort finden, wenn sie in den ersten Sätzen klarstellen (und damit das komplette Thema dieses Konzept-Albums umreißen): „Ich träume von einer Welt im Frieden. Einer Welt voller Liebe. Wo alle Farben gleichberechtigt vereint sind. Wo alle nur einer Religion folgen. Ich träume von Präsidenten, die sich die Hände reichen. Eine Welt voller Freude. Ich träume von einer perfekten Erde.“

Wer denkt bei diesen Worten eigentlich nicht an JOHN LENNONs „Imagine“?
Doch bei RED SAND begegnen uns als erstes in einem instrumentalen Intro die Lügengeschichten als die „Stories Of Liars“, die eben nicht erzählt, sondern bedrohlich als Prolog für „A World Without War“ instrumentiert werden, wobei uns am Ende „The World Of Change“ als hoffnungsvoll-hymnischer instrumentaler Epilog aus dem Album verabschiedet.


Darum ist es auch gut, dass RED SAND, die progressiven Rocker aus Kanada, auf „A World Without War“ viel mehr auf die Musik, die instrumental ausladenden Parts und die hymnische bis himmlische Atmosphäre setzen, anstatt mit Weltuntergangsszenarien den Friedenswunsch zu beerdigen, aber trotzdem klar zeigen, wohin uns diese kriegerischen Zeiten führen, wenn wir uns nicht endlich besinnen: „One day before, one day after. / I no longer know what is right. / The fear of dishonor the peasant's life. / Is in your hands.“ („I'll Be Alone“).


Demgegenüber lernen wir Edgar und Chelsea - wohl die beiden Kinder auf dem Album-Cover - kennen, die auf „The Ballad Of Edgar And Chelsea“ ihren Traum von der Menschlichkeit träumen, in dem alle Kriege beendet sind und selbst die Natur ihren Frieden gefunden hat. Genau das ist „The power of human nature. / Which will generate in all confidence. / A World Without War. / Is a world filled with joy“.


Das ist natürlich zu schön, um wahr zu sein. Daher schlägt in dem folgenden, epischen, dem Album seinen Titel verleihenden, aber auch aggressiven 20-Minuter die Stimmung um. Marschrhythmen tauchen auf, der Progrock wird dynamischer und härter, steigert sich wie ein unheilvoller Bolero, der einem bombastischen Finale entgegenstrebt, in dem unsere Kinder immer gefährdeter sind, genauso wie die weiße Friedens- und Brieftaube sowie der friedlich schlummernde Hund. Doch es gibt noch eine Rettung, wenn „die Tür zum Glücklichsein in den Herzen zugeschlagen ist“ – und die ist so einfach und am Ende wohl auch die Erkenntnis des ins Akustische umschlagenden, ruhiger werdenden Stücks, dem trotzdem immer wieder härtere Momente entgegenschlagen: „I believe in our values. / I believe in our happiness. / Our convictions. / The longest paths is our own. / All it takes is a little love. / All it takes is a little hope. / We must believe.“


Ist das nun naiv?
Ist das melodramatisch oder pathetisch?
Nein, es ist die (letzte) Hoffnung darauf, dass die Menschheit irgendwann mal auf den Trichter kommt, dass am Ende die sich verengende Trichter-Öffnung entweder in die Hölle oder den Himmel führt. Verantwortlich dafür sind alle, die sich in diesem (für die Dummen, nicht Nachdenkenden im Nürnberger) Trichter tummeln und entweder wild um sich treten und schlagen oder helfend die Hände reichen. Wenn man dieses „A World Without War“ von RED SAND hört, ist jedenfalls klar, wofür sich das kanadische Trio (und hoffentlich auch all ihre Hörer) entschieden hat: „Hell ist far behind us. / The sky fills the earth. / With rays of light. [...] / The weapons hidden forever. / Our children could play again. / Peace on earth.“


Schön wär's!

FAZIT: RED SAND beziehen schon im Titel ihres aktuellen Albums „A World Without War“ eindeutig pazifistische Stellung und untermauern diese mit melodramatischem, symphonischem Progressive Rock – so als hätte ein JOHN LENNON beschlossen, tief in die Welt des Progs einzutauchen und seine friedliebenden „Imagine“- oder „Give Peace A Chance“-Botschaften zu verbreiten. Das hat überhaupt nichts mit Pathos, sondern mit einer klaren, leidenschaftlich Einstellung des kanadischen Progressive-Rock-Trios zu tun, die nach dem gerade ein Jahr zurückliegendem „The Sound Of Silence“ auf „A World Without War“ erneut alle Register ihres Könnens ziehen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 56x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Stories Of Liars
  • I'll Be Alone
  • The Ballad Of Edgar And Chelsea
  • A World Without War
  • A World Of Change

Besetzung:

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