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La Luz: La Luz (Review)

Artist:

La Luz

La Luz: La Luz
Album:

La Luz

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Indie/Rock

Label: Secretly Canadian
Spieldauer: 37:41
Erschienen: 22.10.2021
Website: [Link]

Um die Sache mal mit einer ungelenken Wortspielerei einzuleiten: Das vierte Album des inzwischen zum Trio geschrumpften „Surf Noir“-Ensembles LA LUZ ist tatsächlich mehr „Turf“ als „Surf“.
Nachdem nämlich die Bandleaderin SHANA CLEVELAND zuletzt auf ihrem Solo-Album „Night Of The Worm Room“ von 2019 den Reiz von psychedelischem Dream-Pop und Folk-Songs entdeckt hatte, wurde der Surf-Trash-Faktor, welcher noch das Vorgänger-Album „Floating Features“ dominiert hatte, auf dem neuen, selbst betitelten LA LUZ-Werk deutlich zugunsten eines vielschichtigen Sound-Designs, eines ausgewogenen, erdigen produktionstechnischen Klangbildes und nicht zuletzt einer bislang nicht gekannten stilistischen Offenheit deutlich zurückgefahren.

Gründe dafür gab es so einige: Nach dem Ausstieg der Drummerin MARIAN LI PINO beschlossen die verbliebenen drei LA LUZ-Protagonistinnen – neben SHANA CLEVELAND sind das die Keyboarderin ALICE SANDAHL und die Bassistin LENA SIMON – ihre schwesterlichen Gemeinsamkeit in den Vordergrund zu stellen und zusammen zum Ausdruck zu bringen. Das erklärt das Fehlen eines eigenen Titels – denn LA LUZ selbst wurden auf diese Weise zum Thema des Werkes – auch wenn SHANA nach wie vor für das Songwriting zuständig ist.

Einen Geistesverwandten fanden die Damen dann schließlich in dem Produzenten ADRIAN YOUNGE, der eigentlich aus dem Hip-Hop-, Soul- und Jazz-Bereich kommt, aber im neugewonnenen gemeinschaftlichen Wagemut von LA LUZ ein Zeichen sah, sich dem Projekt zu widmen.

Und dann sind da noch die Arrangements, die zwar zu den psychedelischsten der bisherigen LA LUZ-Laufbahn gehören, aber auch zu den vielseitigsten, organischsten und überraschendsten (was auch daran liegt, dass ALICE SANDAHLS mit ihren Keyboards immer wichtiger für den Bandsound wird).

Rocken können LA LUZ zur Not zwar immer noch, aber es sind die lyrischen, melodischen, poppigen Tracks mit dezentem Retro-Flair, wie „Metal Man“ oder die melancholischen Unterwasser-Balladen (so hören sie sich jedenfalls an) wie „Lazy Eyes And Dune“, „Here On Earth“ oder „Oh Blue“, die den eigentlichen Reiz dieses neuen Albums ausmachen.

FAZIT: Natürlich muss man schon ein wenig verrückt sein, um Musik wie LA LUZ machen zu können. Dennoch wäre es manchmal schon ganz schön, wenigstens erahnen zu können, worüber SHANA CLEVELAND eigentlich singt. Ursprünglich hatte sie vorgehabt, noch vor der Geburt ihres Sohnes eine weitere Solo-Scheibe fertigzustellen, was dann aber durch die Pandemie zunichte gemacht wurde. Es kann also sein, dass die versöhnlichere Note des neuen Albums „La Luz“ sowie die zahlreichen Referenzen auf Babys in den neuen Songs in diesem Lichte zu sehen sind. Eines freilich hat die Musikerin nicht aufgegeben: den Eskapismus, der ihre Songs inhaltlich stets zu einer alternativen Realität hatte werden lassen. Auch in diesem Sinne ist das selbstbetitelte Album von LA LUZ zu einem klassischen, psychedelischen Statement allererster Couleur geworden.

Ullrich Maurer (Info) (Review 620x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • In The Country
  • The Pines
  • Watching Cartoons
  • Oh, Blue
  • Goodbye Ghost
  • Yuba Rot
  • Metal Man
  • Lazy Eyes And Dune
  • Down The Street
  • I Won't Hesitate
  • Here On Earth
  • Spider House

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • La Luz (2021) - 11/15 Punkten
Interviews:
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