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Amigo The Devil: Born Against (Review)

Artist:

Amigo The Devil

Amigo The Devil: Born Against
Album:

Born Against

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Folk, Singer/Songwriter

Label: Liars Club Records/Regime Seventy-Two
Spieldauer: 32:57
Erschienen: 16.04.2021
Website: [Link]

DANNY KIRANOS‘ – oder AMIGO THE DEVILS – Debütalbum „Everything Is Fine“ erschien vor gut zweieinhalb Jahren und wurde damals von Kollege Andreas Schiffmann mit der Bezeichnung „Sensationsalbum“ versehen. Auf das Nachfolgealbum „Born Against“ lässt sich dieser Superlativ natürlich nicht mehr anwenden, obschon auch dieses Werk des Songwriters aus Florida in den Rückblicken Ende Jahr ganz vorne mit dabei sein wird – ob unter Gothic Country, Dark Folk oder schlicht Singer-Songwriter spielt letztlich keine Rolle.

Der 33-jährige KIRANOS, seit einem Jahrzehnt im Musikbusiness unterwegs, stochert mit Vorliebe im Bodensatz menschlichen Daseins. Der Sammler von Murderabilia schien über Jahre geradezu besessen zu sein von morbiden Gedanken und den Lebensgeschichten von Serienmördern. „Born Against“ erweckt nun jedoch den Eindruck, dass KIRANOS zu einem etwas differenzierterem Nachdenken über Leben und Tod gefunden hat – zum Glück ohne dabei seinen Galgenhumor verloren zu haben.

Aufgenommen wurde „Born Against“ im Modern Electric Studio in Dallas von Beau Bedford („Texas Gentlemen“). Das Album umfasst zehn Songs, vom klirrend-klimpernden Auftakt „Small Stone“ (mit vokaler Roy Orbison-Pathetik) bis zum abschließenden, wunderbaren (und versöhnlichen) Liebesbrief aus der Todeszelle („Letter From Death Row“). Dazwischen Karneval, Bingo-Spannung, Paranoia, Mordfantasien und Psychoanalysen – das wilde Kaleidoskop eines Songwriters mit der Botschaft, dass der stärkste und wahrste Glaube mit Selbstzweifeln und Kritik gepaart sein müsse.

Das erste AMIGO THE DEVIL-Album war glatter produziert, braver in seiner Form, aber textlich eher hinterhältiger und vielschichtiger als „Born Against“. Wortspiele, schwarzer Humor oder Formulierungen, die sich nicht aufs Erste erschließen, fehlen aber auch hier nicht. „Shadow“ ist einer der textlich stärksten Songs („Who protects the shadow from the dark? – But who protects the shadow better than the dark?“), und im witzigen, im Bluegrass wurzelnden „24k Casket“ singt KIRANOS „I think I'd rather have bad luck than have no luck at all“.

In der zugleich großartigen und deprimierenden Selbstanalyse „Another Man's Grave“ bedient sich KIRANOS sinngemäß einer Aussage von Tom Lehrer, wonach das Leben wie ein Abwasserkanal sei und man halt das raushole, was man reingesteckt habe. Auch dies ein starker Song, mit einer kleinen und selbstironischen Anspielung auf sein erstes Album „Everything Is Fine“ übrigens: "Goddamn the man who said everything's gonna be fine."

FAZIT: AMIGO THE DEVILS Zweitling ist im Vergleich zu seinem Debütalbum kürzer, musikalisch rauer (interessanter!) und textlich etwas weniger verschwurbelt. Nach wie vor ist hier jedenfalls einer am Werk, der mit Herz und Leidenschaft musiziert – sehr überzeugend, sehr empfehlenswert!

Dieter Sigrist (Info) (Review 918x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Small Stone
  • Quiet As A Rat
  • Murder At The Bingo Hall
  • Drop For Every Hour
  • Better Ways To Fry A Fish
  • Different Anymore
  • Another Man's Grave
  • 24k Casket
  • Shadow
  • Letter From Death Row

Besetzung:

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