Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Antony Kalugin: Marshmellow Moondust (Review)

Artist:

Antony Kalugin

Antony Kalugin: Marshmellow Moondust
Album:

Marshmellow Moondust

Medium: CD/Download
Stil:

Instrumentaler Progressive- und Art-Rock

Label: Caerllysi Music/Just For Kicks
Spieldauer: 40:45
Erschienen: 06.11.2020
Website: [Link]

„Es war der erste Julitag, als die Welt zu einem tristen Ort geworden war. Alle befanden wir uns im Lockdown – doch ich entdeckte wieder die Faszination meiner VSTi Korg Legacy Collection, die als maßgebliche Inspiration zu diesem Album dienen sollte.“ (Antony Kalugin)

Der Multiinstrumentalist ANTONY KALUGIN entwickelt sich spätestens mit diesem, seinem ersten Solo-Album zu einer Art ROBERT REED aus der Ukraine. Und diese Entwicklung ist zugleich maßgeblich der Covid-Pandemie geschuldet, die fast weltweit den Kulturbetrieb lahmlegt und den Künstlern nicht nur ihre öffentlichen Auftritte, sondern langsam auch ihre Existenzgrundlage raubt.
Doch wie geht man am besten mit solch einer Situation um?
Am besten wohl, indem man weiterhin Musik macht, die plötzliche Zeit, die man nicht mehr auf der Bühne verbringen darf, in musikalische Kreativität umsetzt. Genauso wie der Kopf hinter KARFAGEN, SUNCHILD, HOGGWASH und AKKO.

Marshmellow Moondust“ ist das Kalugin-Lockdown-Album geworden, das aus zwei epischen, 20 Minuten langen Art-Rock-Suiten besteht, die unmittelbar ineinander verzahnt erscheinen und an ein literarisches Wesen und seinen Begleiter, den Fuchs, erinnern, die wohl zu den bekanntesten literarischen (und moralischen) Gestalten zählen.

Dass ANTONY KALUGIN zwar bei „Marshmallow“ und „Moondust“ auf Worte, allerdings nicht vokale Lautmalerei, verzichtet, aber instrumental eine progressive (zweiteilige) Suite hinzaubert, die er tatsächlich an Keyboards – also der besagten „Korg Legacy Collection“ –, Gitarren, Bässen, Schlagzeug, Percussion und weiteren Instrumenten völlig allein einspielt, ist beachtlich. Genauso wie das Ergebnis, das natürlich gerne auch mal ein wenig in floydianischen, flowerkingschen, camelschen, oldfieldschen und ähnlich gearteten Musik-Parallel-Universen schwebt und genauso farbenfroh und entspannt klingt, wie das Cover und die beiden Poster es illustrieren.

Sogar ein paar zarte Jazz-Einsprengsel bereichern „Moondust“ und beschwören eine verträumte Atmosphäre herauf, die dann von einer akustischen Gitarre und einem zart hintergründigen Bass weitergeträumt wird.
Kalugin bleibt eben Kalugin und damit sich auch auf Solo-Pfaden komplett treu. Neoprogressive Traumwelten, in denen man gerne auch mal ein wenig schwelgend kuscheln darf, ohne je dabei die symphonischen Art- und Prog-Elemente zu vernachlässigen, sind echt sein Ding. Und damit sind sie zugleich auch das Ding all derjenigen, die besonders von seinen Bands KARFAGEN und SUNCHILD nicht genug bekommen können.

Gleiches gilt natürlich auch für die typische Gestaltung des Albums mit den wunderschönen Bildern von Igor Sokolskiy.
Schaut man sich das Cover und die beiden märchenhaften Poster, die neben einem Booklet der Special Edition des Digipak-Albums beiliegen, genauer an, kommen unweigerlich Erinnerungen an Exupérys „Kleinen Prinzen“ auf und auch die Musik eignet sich durchaus, um diesem wunderbaren Buchklassiker einen Sound zu verleihen.
Marshmellow Moondust“ als Art-Rock-Symphonie für den „Kleinen Prinzen“…
Eine schöne Sache, gerade in Zeiten, in denen die Welt Kopf und jede Menge eigenartige Verschwörungsfreunde auf der Straße stehen. Vielleicht sollten die mal wieder Exupérys Buch lesen, endlich die richtigen Fragen stellen und dazu diese Musik, entstanden in den gruseligen Covid-19-Zeiten, hören. Das könnte durchaus hilfreich sein.

FAZIT: Instrumentale Art-Rock-Grüße aus der Ukraine und das auch noch zu Corona-Zeiten. Angestachelt durch den Lockdown ließ ANTONY KALUGIN, der Multiinstrumentalis hinter KARFAGEN, SUNCHILD, HOGGWASH und AKKO, seiner musikalischen Solo-Kreativität freien Lauf und beeindruckt im besten Sinne eines Oldfield oder Reed mit einem epischen Album aus zwei progressiven 20-Minuten-Suiten, die sich echt hören lassen können und noch dazu traumhaft gestaltet und mit zwei Postern versehen wurden. Musik wie die Reise zum Asteroiden B612 des Kleinen Prinzen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 491x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Marshmallow
  • Moondust

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Sieben mal sieben sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!