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Dordeduh: Dar De Duh (Review)

Artist:

Dordeduh

Dordeduh: Dar De Duh
Album:

Dar De Duh

Medium: CD
Stil:

Folk / Progressive / Ambient / Black Metal

Label: Lupus Lounge / Soulfood
Spieldauer: 77:49
Erschienen: 28.09.2012
Website: [Link]

Das deutsche Ohr kann sich nur schwerlich an den ulkig klingenden Bandnamen DORDEDUH gewöhnen, gleiches gilt für den ähnlichen Titel des Debütalbums "Dar De Duh". Rumänisch ist nun mal eine ungewöhnliche Sprache und genauso ungewöhnlich ist die Musik von DORDEDUH. Was nicht verwunderen kann, denn dahinter stecken mit Sol Faur und Hupogrammos zwei ehemalige Musiker von NEGURĂ BUNGET. Und vergleicht man deren letzte EP "Poarta de Dincolo" mit dem hochgelobten "Om"-Album und dem hier zu besprechenden "Dar De Duh", so stellt man unweigerlich fest, dass die beiden die die wahren musikalischen Köpfe hinter NEGURĂ BUNGET gewesen sein müssen, denn wo die EP eine herbe Enttäuschung war, klingt "Dar De Duh" viel eher wie ein Nachfolgealbum von "Om".

Auf recht beeindruckende Art und Weise werden hier harscher Black Metal, organische Folkelemente, progressive Strukturen und sogar dezente Electronica zu einer lebendigen Einheit verwoben, die einerseits die ganze Aufmerksamkeit des Hörers verlangt, diesen dafür aber mit auf eine Reise in die Mythologie der rumänischen Heimat nehmen, die gleichermaßen fremd, wie auch höchst interessant ausfällt. Die musikalische Ausarbeitung ist dabei so detailverliebt und vielschichtig, dass man jeden der acht Songs ausschweifend und sätzelang beschreiben könnte, doch das würde den Rahmen sprengen. Bis auf eine Ausnahme sind die Songs zwischen knapp sieben und über 16 Minuten lang - dass in so langen Songs jede Menge passiert, ist klar. Beispielhaft sei da der Opener "Jind de tronuri" beschrieben. Ruhig und atmosphärisch beginnend, geht es über ein rohes Black-Metal-Gewitter in proggig-melodische Parts, die von ungewöhnlicher Perkussion begleitet werden. Stimmungsvoller Klargesang, Flöten und Chöre erklingen in den folkloristischen Parts, die von metschwangerer Schunkeligkeit skandinavischer Vertreter so weit entfernt ist, wie Rumänien selbst von Norwegen, Schweden und Finnland.

Die Melodien und Harmonien sind dabei stimmungsvoll, düster und dezent schwermütig, ganz so, wie man es von Musik aus der Balkanregion erwartet. Dabei darf ein Stück wie "E-an-na" auch mal durchgehend ruhig gehalten sein, ohne Langeweile aufkommen zu lassen, dass hierbei das anfängliche Gitarrengezupfe an "Still Loving You" von den SCORPIONS erinnert, dürfte reiner Zufall sein. Im weiteren Verlauf kommt es allerdings auch mal vor, dass die ruhigen, ambientartigen Passagen nicht ganz zwingend sind, wie es allgemein auch nicht gelingt, die Spannung über 77 Minuten konstant hoch zu halten. Die Stücken verlieren sich ein wenig in sich selbst und das Fehlen von klar definierten Strukturen und einprägsamen Hooklines führt dazu, dass man sich zur Konzentration zwingen muss. "Dar De Duh" ist also keine Musik für zwischendurch, sondern ein Album, dass man für sich allein und ohne jegliche Ablenkung hören sollte, um es zu erfassen und sich mitnehmen zu lassen.

FAZIT: "Om" bleibt vorerst das Referenzwerk für Musik, an der Sol Faur und Hupogrammos beteiligt sind, "Dar De Duh" ist jedoch deutlich stärker, als das, was der ehemalige Weggefährte Negru mit NEGURĂ BUNGET noch zu Werke bringt.

Andreas Schulz (Info) (Review 4042x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Jind de tronuri
  • Flăcărarii
  • E-an-na
  • Calea roților de foc
  • Pândarul
  • Zuh
  • Cumpăt
  • Dojană

Besetzung:

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