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Robespierre: Sandclocks Of Eterniy (Review)

Artist:

Robespierre

Robespierre: Sandclocks Of Eterniy
Album:

Sandclocks Of Eterniy

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Melodic-, Classic- und Folk-Rock

Label: At Mango's
Spieldauer: 42:24
Erschienen: 20.01.2023
Website: [Link]

ROBESPIERRE ist ein ambitioniertes Musik-Projekt, hinter dem der (leider viel zu viel singende) Gitarrist Franz Mang als Mastermind steht, der voller Stolz behauptet, dass jedes seiner Alben, die er seit mehr als 40 Jahren (Debüt im Jahr 1980 „Hard Blood“) veröffentlicht, anders klingt. Diesmal nahm er sich vor, erstmals ein progressives Konzept-Album anzugehen, wobei er einen ganz geschickten Schachzug vollzog, indem er sich FLORIAN OPAHLE, den aktuellen Gitarristen von JETHRO TULL, als riesiges Musik-Sandkorn (auch bei der Produktion) in seine Sanduhr namens „Sandclocks Of Eternity“ holte. Trotz dieser Tatsache und trotz des Album-Titels gelingt es Mang nicht, ein Album für die Ewigkeit zu schaffen, sondern höchstens eins, das durch Opahles Einfluss oft nach JETHRO TULL, aber im Grunde noch nicht einmal progressiv, klingt.
Melodic- & Classic-Rock trifft auf Tull und auf ein durchgängiges Konzept – das war's…

...und das ist noch lange kein Progressive Rock, sondern nur der Versuch, diesen zu bedienen.

Am ehesten marschiert „Sandclocks Of Eternity“ in die tullsche „War Child“- und „Heavy Horses“-Ecke – also die Ära der 'griffigeren' Folk-Tull-Phase, aber nicht der progressiven.
Noch dazu trägt das Album den Untertitel: „The future gets shorter than the past“. Aha, schön zu wissen. Zu hören ist's nicht – denn auf diesem Album klingen Vergangenheit und Zukunft gänzlich gleich und bei dem oft in den Vordergrund gemischten Gesang und das Schlagzeug kann man nur auf eine bessere musikalische Zukunft rund um ROBESPIERRE hoffen. Bei dem historischen ROBESPIERRE lief das 1794 schließlich auf (s)eine Hinrichtung hinaus, bei dem musikalischen nur auf Belanglosigkeit.

„Sandclocks Of Eternity“ sind allerdings nicht von der Französischen Revolution sondern dem sieben Jahre andauernden Klosteraufenthalt Franz Mangs geprägt, währenddessen er sich mit Religionen, Mythen und Sagen, Geschichte und Philosophie beschäftigte und daraus nun ein Konzept bastelt.

Sein Glücksgriff ist dabei aus musikalischer Sicht Opahle, der nunmehr auf eine über 15-jährige Bühnenerfahrung gemeinsam mit JETHRO TULL zurückblickt und neben der E-Gitarre auch Bass und Ukulele auf dem Sanduhren-Album spielt sowie der ebenfalls bei JETHRO TULL spielende Keyboarder John O'Hara. Aber auch der Schlagzeuger kommt mit einem interessanten musikalischen Hintergrund, der mehr der finsteren Art ist, mit ins Spiel, denn er drummt bei SUBWAY TO SALLY und FEUERSCHWANZ.
Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass Mangs wenig beeindruckende Stimme zwar immer wieder den Versuch unternimmt, nach Tulls Anderson zu klingen, aber dabei oftmals komplett absackt. Am besten klingt sie, wenn auf Verfremdungen oder Satzgesänge zurückgegriffen wird.
Besonders intensiv wird das Tull-Feeling zudem ausgelebt, wenn beispielsweise auf „Goddess Or Snake“ eine Querflöte im allerbesten Anderson-Stil erklingt. Dazu eine akustische Gitarre, das funktioniert bestens, was für Schlagzeug und Gesang eben weniger gilt.

Die Ewigkeit klingt jedenfalls anders als alle von Mang besungenen Sanduhren oder die dabei aufgegriffenen englischen und deutschen Sagen um die Königin der Schlangen, den Hexenturm, die Grauen Reiter oder die Fräuleins der Nacht.

Einen Pluspunkt verdient allerdings die Verpackung, welche sich im Digipak samt einem 16 Seiten starken Booklet präsentiert, in dem alle Texte enthalten sind, die uns auf eine Reise in die dunkle Sagenwelt entführen. Auch entdecken wir dann in der letzten Zeile, woher das Album seinen eigenartigen Untertitel verpasst bekam.

FAZIT: Bei „Sandclocks Of Eternity“ wird’s sicher nichts mit der Ewigkeit, sondern höchsten mit einer Halbwertszeit, die wohl schneller abläuft, als ROBESPIERRE sich das mit seinen großen (gewünscht progressiven, aber im Grunde nicht umgesetzten) Ambitionen verspricht. Progressives sucht man als Hörer selbst nach mehreren Hördurchgängen größtenteils vergebens, denn auch die Tull-Ambitionen bedienen höchsten die Folk-Seite der Kult-Band, die mit ihrem letzten Album tatsächlich wieder im Progressive Rock wildert. Dagegen baut ROBESPIERRE höchstens Sandburgen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1272x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Stingy Jack
  • Shook – The Black One Eyed Dog
  • Fräuleins Of The Night
  • Shades On The Glade
  • Grey Horse Riders
  • The Witch Tower
  • Ticket To Yawnsville
  • Old Blag – Old Bat
  • Goddess Or Snake
  • Sandclocks Of Eternity

Besetzung:

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