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Stone The Crows: Stone The Crows (Review)

Artist:

Stone The Crows

Stone The Crows: Stone The Crows
Album:

Stone The Crows

Medium: CD/LP
Stil:

Progressiver Folk- und Blues-Rock

Label: Repertoire Records
Spieldauer: 38:01
Erschienen: 11.06.2021
Website: [Link]

„'Stone The Crows' schrie der legendäre Manager Peter Grant lauthals heraus, als er zum ersten Mal die prächtige, junge schottische Band in Aktion erlebte. […] Immerhin war Grant Manager von Led Zeppelin, der erfolgreichsten Hardrockband der Geschichte. Die 'Crows' hatten etwas Spezielles, Erdiges und Ansprechendes, das den Manager sofort in den Bann zog und dessen Enthusiasmus und Unterstützung zur Folge hatte.“ (Chris Welch im Booklet zu dem ersten Album von Stone The Crows)

Es gibt sicher eine Vielzahl von Musikfreunden, denen die Vergangenheit und oftmals auch längst vergessene oder nie wirklich entdeckte Musikschätze am Herzen liegen, die sich neugierig fragen, welche weitere Musik-Perle das großartige Label Repertoire Records aus seiner 60er- oder 70er-Jahre-Muschel birgt, um diese aufwendig remastert und fein im Original-Outfit verpackt sowie mit umfangreichem Booklet plus (meistens) informativem Begleittext von Chris Welch versieht, neu zu veröffentlichen.
Diesmal traf die Label-Wahl auf eine echte Rarität, denn mit den schottischen Folk-Bluesern STONE THE CROWS – einer Band, deren tragisches Schicksal leider unter keinem guten Stern stand – und ihrer Sängerin MAGGIE BELL, die oft nur zu gerne in einem Atemzug mit JANIS JOPLIN ausgesprochen wurde, wird eine großartige progressive Band gehoben, die – trotzdem sie vom LED ZEPPELIN-Manager Peter Grant entdeckt und unter Vertrag genommen worden war – Anfang der Siebziger nie den Erfolg verbuchen durfte, den sie eigentlich verdient hätte. Das jedenfalls dürfen wir unbenommen nach der Neuveröffentlichung ihrer vier offiziellen Alben „Stone The Crows“ (1970), „Ode To Jon Law“ (1970), „Teenage Licks“ (1971) und „Ontinous Performance“ sowie den beiden Solo-Alben ihrer Sängerin MAGGIE BELL, „Queen Of The Night“ (1974) und „Suicide Sal“ (1975), für die sich allesamt EROC als Remaster-Chef auszeichnet, feststellen.

Warum das so ist? Hier und in nächster Zeit werden wir mit den Reviews zu allen sechs Alben den Versuch eines Beweises für den unglaublichen Musik-Charme dieser 1969 gegründeten schottischen Frühsiebziger-Band, die aus der Arbeiterklasse entstand und wild durch die schottischen Pubs tourte, erbringen. Denn allein die Tatsache, dass STONE THE CROWS, die mit einer begabten Sängerin und einem ebenso begabten Sänger sowie einem hervorragenden Gitarristen und einer starken Rhythmus-Fraktion, die bereits mit JOHN MAYALL gespielt hatte, antraten, vom LED ZEPPELIN-Manager entdeckt wurden, spricht schon im Vorfeld für die hohe musikalische Qualität, die hinter den gesteinigten Krähen, welche nie so richtig in den Himmel aufsteigen durften, lauert. Also – machen wir uns auf den gemeinsamen Flug.

Auf „Stone The Crows“ präsentiert die Band aus Glasgow im Jahr 1970 nicht nur ein bluesrockiges, seelenvolles Debüt mit bestechendem Gesang, der von der damals gerade mal 25-jährigen Margaret Bell und dem 28-jährigen Bassisten James Dewar dargeboten wird, sondern platziert mit dem 17 Minuten langen „I Saw America“ auch noch den längsten, schwer beeindruckenden Titel ihrer vierteiligen Studio-Alben-Geschichte. Ein Jam-Song mit viel der Orgel, eigentlich zu den Klassikern der Blues-Rock-Geschichte und garantiert zu den besten Longtracks aller Zeiten gehören sollte, aber leider oftmals sträflich übersehen wird, wenn irgendwelche Musikzeitschriften mal wieder ihre 50 oder 100 plus X Wahl veranstalten, von denen man gerne halten darf, was immer man will. Allerdings sollte man solche Wahlen nicht sonderlich ernst nehmen, wenn dieses epische Seventies-Werk dabei fehlt, dafür aber die ewig gleichen ollen Kamellen aufgewärmt werden.

Fast verrückt erscheint dann auch die Cover-Version von „The Fool On The Hill“, die so klingt, als hätte sich JANIS JOPLIN darangemacht, einen BEATLES-Song zu covern. Aber es ist eben nicht die gute Janis, sondern die ebenso gute Maggie, welche den BEATLES in diesem Falle alle Ehre erweist.

Mit „The Touch Of Your Loving Hands“, einem Duett zwischen Jim Dewar und Maggie Bell gibt’s zudem noch eine schöne Ballade, die speziell von MAGGIE BELLs Gesang lebt, wozu es noch eine kleine Anekdote gibt, welche von der Sängerin im Booklet preisgegeben wird. Als er Zeppelin-Manager gemeinsam mit seinem Freund Richard Cole die Band, welche zu dem Zeitpunkt noch POWER hieß, das erste Mal live hörte und zu dem steinigen Krähen-Ausruf, der dann Bandnamen-Programm wurde, bewegte, kannte ihre Begeisterung über die Instrumentalisten keine Grenzen, außer: „Die beiden hatten gar nicht richtig mitbekommen, wie mein Gesang klang, denn die Band spielte dermaßen laut, dass man meinen Gesang kaum vernehmen konnte.“
Wie begeistert müssen sie wohl kurz darauf gewesen sein, als sie dann auch noch die ordentlich ausgesteuerte 'Joplin'-Röhre von MAGGIE BELL vernehmen durften?

Fortsetzung folgt…

FAZIT: Repertoire Records hebt mal wieder einen besonders raren Musikschatz in seiner kompletten Schönheit. STONE THE CROWS und ihre Sängerin MAGGIE BELL erfahren, obwohl sie schon fast (völlig zu Unrecht) vergessen schienen, die sehr gut von EROC remasterten Neuauflagen ihrer von 1970 bis 1973 erschienenen vier Alben. Und bereits mit ihrem Debüt „Stone The Crows“ kündigte sich ganz großartiger psychedelischer Blues Rock an, der nunmehr nicht nur super klingt, sondern auch liebevoll im Digipak samt 12-seitigem Booklet daherkommt. Außerdem enthält das Album mit dem 17-Minuter „I Saw America“ einen der besten Longtracks aller Zeiten.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 847x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • The Touch Of Your Loving Hand
  • Raining In Your Heart
  • Blind Man
  • The Fool On The Hill
  • I Saw America

Besetzung:

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Interviews:
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