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CORELEONI | Travellin´Men Tour 2019 - Kubana, Siegburg - 28.11.2019

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CORELEONI | Travellin´ Men Tour 2019

Support: MAXXWELL

CORELEONI, das Projekt oder die Herzensangelegenheit

25 Jahre nach dem Debütalbum „Gotthard“, das den Grundstein für den Erfolg der Eidgenossen um Gitarrist Leo Leoni legte, war es nach Aussage Leonis an der Zeit, den Songs von damals wieder mehr Gewicht zu verleihen. Im Zuge der balladesken Phasen, die noch zu Lebzeiten STEVE LEEs bei GOTTHARD Einzug hielten, traten – zum Leidwesen Leonis - die härteren Titel mehr und mehr in den Hintergrund.

Gerade diese Songs aber haben für Leoni immense Bedeutung, so dass er sich entschloss, das Projekt CoreLeoni aus der Taufe zu heben. Zusammen mit Alex Motta, der kürzlich den zunächst am Projekt beteiligten, langjährigen GOTTHARD-Schlagzeuger Hena Habegger beerbte, Bassist Mila Merker, Gitarrist Jgor Gianola sowie RAINBOW / LORDS OF BLACK - Shouter Ronnie Romero formte er eine schlagkräftige Truppe, die Titel wie „Firedance“, „Ride On“ und „In The Name“ neu einspielte. Dabei herausgekommen sind einmalig starke Interpretationen alter GOTTHARD-Klassiker, deren Patina durch das neue Ensemble aufpoliert wurde, und zwar in bestem Wortsinn.

Die Tatsache, dass Leo Leonie mit CoreLeoni schon im vergangenen Jahr mit dem ersten Album im Gepäck auf Tour ging, beweist nachdrücklich, wie sehr ihm die Titel von damals und das Projekt CoreLeoni am Herzen liegen. Das mittlerweile vorliegende, zweite Album enthält neben weiteren Highlights der rockigeren GOTTHARD-Phasen auch zwei komplett neue Titel, die, wie Leo Leoni im Interview verriet, noch in Zusammenarbeit mit Steve Lee entstanden sind, aber über den Demo-Status nie hinausgekommen waren. Für CoreLeoni „II“ legte die Band nun letzte Hand an. Das Ergebnis kann sich hören lassen, denn die Songs gehören zu den besten Veröffentlichungen der Post-Lee-Ära. Irgendwie bezeichnend, dass Leoni diese Titel scheinbar nie für GOTTHARD in der aktuellen Besetzung gedacht hatte.

MAXXWELL als sympathische High-Energy Einpeitscher

Doch bevor Leoni und seine Band das Ruder übernehmen, gehen zunächst ihre Landsleute von MAXXWELL auf Sympathiefang. Direkt ab den ersten Takten geben die Männer um Frontmann Gilberto "Gilbi" Meléndez so richtig Gas und unterhalten das zu diesem Zeitpunkt schon gut besuchte Kubana prächtig. Insbesondere Hef Häflinger glänzt an der Leadgitarre neben brillanten Soli immer wieder mit Showeinlagen, das Ganze sehr zur Freude der versammelten Fans. Ein bärenstarker Auftritt, der den Abend standesgemäß einläutet.



> Alle MAXXWELL-Fotos gibt es hier <

Leo Leoni: The Godfather plays Gibson

Es erklingt die Titelmelodie des Paten, mit der auch das erste CoreLeoni-Album beginnt und augenzwinkernd auf den Francis Ford Coppola-Klassiker „The Godfather“ Bezug nimmt. Mit den ersten Klängen aus LEONIs Gibson brandet im Publikum Jubel auf und mit „Standing In The Light“ erklingt ein Opener, der nicht besser gewählt sein könnte.

Leo Leoni blüht an seinem angestammten Platz am rechten Bühnenrand regelrecht auf und entlockt seiner Gibson immer wieder Soli der Extraklasse. Die Band sprüht nur so vor Spielfreude und Ronnie Romero stellt eindrucksvoll unter Beweis, aktuell einer der besten Sänger im Rock/Metalbereich zu sein. Spätestens bei „Angel“, einem der größten GOTTHARD-Hits, allerdings nach dem „Defrosted“-Album ausschließlich in der Balladenversion zelebriert, zeigt sich, warum Leo Leoni so viel Wert auf sein Sideprojekt legt. Der Song vom GOTTHARD-Debüt, der selbst Steve Lee stimmlich alles abverlangte, wird von Ronnie Romero in der technisch ungemein anspruchsvollen, rockigen Version, unglaublich intensiv und präzise abgeliefert. Ein erstes Ausrufezeichen, dem noch einige folgen sollen.

Nach „Queen Of Hearts“, einem der beiden „previously unreleased“ Tracks, der noch unter Mitarbeit von Steve Lee entstanden ist, folgt „Firedance“, schon immer einer der beliebtesten GOTTHARD-Titel und liefert die Basis für ein Gitarrenduell zwische Leo und Jgor, das so ausladend angelegt ist, dass Ronnie Romero kurzerhand die Bühne verlässt, während Mila Merker den Bass mit wild-entschlossener Mine bearbeitet und Alex Motta nicht weniger massiv auf die Felle eindrischt. Da die beiden Kontrahenten an den Stromgitarren aber noch lange nicht genug haben, muss Romero noch etwas auf seinen erneuten Einsatz warten. 

Der gerät dann mit „Cheat And Hide“ und „Don´t Get Me Wrong“ umso intensiver. ROMERO, der durch seine Stimmfarbe und gewinnende, sympatische Bühnenpräsenz ungemein an STEVE LEE erinnert, spult sein Programm nicht nur souverän ab, sondern lebt sowohl die alten Klassiker als auch das neue Material. Es sind intensive, fantastische Momente, die hier von einer hervorragend aufgelegten Band zelebriert werden und während Romero bisweilen schmachtend, dann wiederum entschlossen ins Mikro singt, liefern sich Leoni und Gianola an den Gitarren ständige Scharmützel. Mila Merker sorgt indessen mit dem famosen Alex Motta, für einen sagenhaften Groove.

Bei „Travellin´Man“, im Original aus dem Jahr 1983 vom unvergesslichen Jimi Jamison gesungen und später von GOTTHARD neu aufgelegt, bringt Leo Leoni erstmals seine Talkbox zum Einsatz, mit der er auch das typisch verzerrte Intro bei „Mountain Mama“ erzeugt und auch in dieser Nummer echtes 80er-Jahre-Flair einbringt.

Romero glänzt einmal mehr mit einer grandiosen Interpretation des Songs und das gesamte Kubana tanzt und singt zu einem Titel, der in den letzten Jahren wohl selten stärker dargeboten wurde, zumal in furioses Schlagzeug-Solo Alex Mottas in den Song integriert wird.

Geburtstagstorte und Happy Birthday für Mila Merker

Mila Merker, der gewohnt souverän seinen Viersaiter bearbeitet, wird in einer kleinen Pause mit einer Torte durch die Crew überrascht. Das Publikum lässt sich nicht lange bitten und bringt dem Jubilar ein passables „Happy Birthday“- Ständchen.

Danach folgen „Sister Moon“ und „Make My Day“, in dessen Verlauf Gianola und Leoni sich – den Gitarrensendern sei Dank – ins Publikum begeben. Erneut kurzweiliges Gitarrenspiel zweier Meister ihres Fachs prägt die Titel. „She Goes Down“ und „Fist In Your Face“ ziehen das Tempo nochmals an, bevor mit dem Stampfer „Mighty Quinn“ alle regulären Einträge der Setlist abgearbeitet sind.

Aber so schnell macht sich hier im Kubana niemand auf den Heimweg. „Hunter“ rockt nochmals unwiderstehlich, bevor Romero „I´m On My Way“ ankündigt, der dem unvergessenen Steve Lee gewidmet wird. Ein bewegender Moment, in dem bei Leo Leoni im Gedenken an seinen Freund die Tränen kullern. Danach ist der offizielle Teil des Gastspiels beendet und die Band verabschiedet sich von ihren Fans, um sich kurz darauf unter das Volk zu mischen, um reichlich Autogramm- und Selfiewünsche zu erfüllen.

FAZIT: CoreLeoni feiern mit ihren Fans im Kubana Siegburg ein rauschendes Fest. Die alten Klassiker werden durch eine entfesselt aufspielende Band grandios in Szene gesetzt und hinterlassen an diesem Abend rundherum strahlende Gesichter. Wer die Gelegenheit hat, CoreLeoni einmal „Live“ zu erleben, sollte keinen Augenblick zögern.

Line-Up CoreLeoni:

  • 27.11. | Spectrum, Augsburg - DE (Tickets)

  • 28.11. | Kubana, Siegburg - DE (Tickets)

  • 29.11. | Stadthalle, Tuttlingen - DE (Tickets)

  • 30.11. | Hall of Fame, Wetzikon - CH (Tickets)

  • 01.12. | Kofmehl, Solothurn - CH (Tickets)

  •    03.12. | Mühle Hunziken, Rubigen - CH SOLD OUT!

  • 04.12. | Z7, Pratteln - CH (Tickets)

  • 05.12. | Presswerk, Arbon - CH (Tickets)

  • 06.12. | Kufa, Lyss - CH (Tickets)

  • 07.12. | Salle Metropole, Lausanne - CH (Tickets)

  • 08.12. | Druso, Bergamo - IT (Tickets)

  • 10.12. | Randal, Bratislava - SK (Tickets)

  • 11.12. | Duerer Kert, Budapest – HU

  • 13.12. | Riffelhof, Burgrieden - DE (Tickets)

  • 14.12. | Music Cafe, Ehrwald - AUT (Tickets)

  • 15.12. | Rockfabrik, Ludwigsburg - DE (Tickets)

  • 16.12. | Hirsch, Nürnberg - DE (Tickets)

  • 17.12. | Stadthalle, Deggendorf - DE (Tickets)

  • 18.12. | ColosSaal, Aschaffenburg - DE (Tickets)

  • 20.12. | Totem, Pamplona - ES (Tickets)

  • 21.12. | Shoko, Madrid - ES (Tickets)

  • 22.12. | Razzmatazz 2, Barcelona - ES (Tickets)

CORELEONI - II (Review)

Stefan Haarmann (Info)

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