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Space Debris: Good Doberan Live 2007 – Archive Volume 8 (Review)

Artist:

Space Debris

Space Debris: Good Doberan Live 2007 – Archive Volume 8
Album:

Good Doberan Live 2007 – Archive Volume 8

Medium: CD/Download
Stil:

Kraut-Space-Jam-Rock

Label: green-brain
Spieldauer: 65:25
Erschienen: 10.06.2021
Website: [Link]

Ein knappes Lockdown-Jahr ist seit der letzten Veröffentlichung vergangen, und das SPACE DEBRIS-Archiv öffnet wieder seine Tore. Um diesmal einen Gig von der Zappanale 2007 hinaus in die weite Welt zu schicken. 2007 bedeutet, wir treffen auf das frühen Rumpf-Trio Christian Jäger (Drums), Tommy Gorny (Gitarre) und Tom Kunkel an der Hammond Orgel. Es wird über eine Stunde gerockt, was das Zeug hält, E-Piano und Winnie Rimbach-Sators kleine Erkundungszüge, gerne Richtung Jazz, fallen noch aus.

Doch das macht nichts, denn natürlich hat auch diese Power-Trio-Besetzung ihre Meriten. Startet gleich mit einer gekonnten „One Of These Days“-Hommage, hält sich aber nicht lange im PINK FLOYD-Kosmos auf, sondern marschiert recht geradlinig in Gefilde, wo sich auch ATOMIC ROOSTER wohlfühlen. Die Orgel röhrt, und wenn nicht, untermalt sie im Hintergrund dräuend Gornys schneidige Gitarrenläufe, während Jäger „Good Doberan“ mit kraftvollen Rhythmen vorantreibt. Natürlich wieder rein instrumental. Trotzdem kommt über zwölfeinhalb Minuten keine Langeweile auf.

Das folgende „Lornas Multiple Vibrations“ betreibt irrlichternden „Hocus Pocus“, verändert deutlicher als der Opener Tempi und Zielrichtung. Hier darf Kunkel seine Orgel zum Zischen, Vibrieren und Mahlen bringen, während sich Gorny zurückhält und Jäger stoisch drauflos spielt. So launig wie launisch und höchst abwechslungsreich - Lorna vibriert orgasmotronisch.

„Bigger Whales“ ist mit einer Viertelstunde Länge das wogende Ungetüm des Albums, wandelt zwischen auf- und abschwellenden, tranceartigen Tastenklängen und stabilem Hardrock mit verzerrter Gitarre und druckvollem Drumming und frönt zum Finale einem launigen Frage- und Antwortspiel zwischen Orgel und Gitarre, mit den Drums als Vermittler. „Electric Friendship“ lässt es ruhiger angehen, ein lässiger, keineswegs langweiliger, Jam über acht Minuten Laufzeit. Der Rausschmeißer „Zappäng“ ist das kürzeste Stück des Albums. Ein bleischweres Gewitter, musikalisch näher bei BIRTH CONTROL und Verwandtem als beim Namensgeber. Aber warum nicht, immerhin haben DEEP PURPLE ihren bekanntesten Song Frank Zappa zu verdanken, und klingen auch nicht wie der Maestro. SPACE DEBRIS fühlen sich hörbar wohl auf der Zappanale.

Soundtechnisch ist der Auftritt ordentlich aufbereitet worden, ein paar Ton- und Lautstärkeschwankungen sowie gelegentliches Brummen muss man allerdings hinnehmen. Aber das passt zum rauen Charme der schillernden Performance vor vierzehn Jahren.

FAZIT: „Alright, mir mache dann ein bissel Pseichedelic“: Dieses freundliche Understatement ist so falsch nicht. SPACE DEBRIS können Psychedelic, Rock und Blues, vermischen fröhlich und vermögen es wieder im satten Triosound, der beständig nach mehr Musikern auf der Bühne klingt, glänzend zu unterhalten. Egal, ob es spacig wabert oder erdig rockt. Oder beides.

Jochen König (Info) (Review 629x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Good Doberan
  • Lorna’s Multiple Vibrations
  • Mountain & Sea
  • Bigger Whales
  • Electric Friendship
  • Zappäng

Besetzung:

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