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Nazca Space Fox: Nazca Space Fox (Review)

Artist:

Nazca Space Fox

Nazca Space Fox: Nazca Space Fox
Album:

Nazca Space Fox

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Psychedelic-, Space-, Stoner Rock

Label: Tonzonen Records
Spieldauer: 54:44
Erschienen: 11.08.2017
Website: [Link]

Wer braucht schon einen Sänger? Dieses alemannische Instrumental-Trio jedenfalls nicht. Auf dem Programm von NAZCA SPACE FOX steht eine Mischung aus Psychedelic-, Stoner- und Spacerock, ausgiebige Jampassagen können sich innerhalb von lockeren Konzepten austoben, die Songs klingen auf angenehme Weise wie live eingespielt. Nach bewährtem PINK FLOYD-Rezept füllen die kosmischen Füchse die Fugen zwischen den drei Longtracks des Albums, "Weltraumorgel", "Isolator" und "Mind Walk" mit kürzeren und prägnanteren Stücken auf, wobei (ebenfalls wie bei PINK FLOYD) vor allem die längeren Stücke Eindruck schinden.

"Weltraumorgel" beginnt wirklich mit einer solchen, die postrockige Melancholie weicht aber recht schnell entspannten, sonnendurchfluteten Riffs, die an NEIL YOUNGs "Psychedelic Pill" oder an DINOSAUR JR. denken lassen. Um eine ausgesuchte Gliederung schert man sich herzlich wenig, Genüsslich soliert Gitarrist Matze vor sich hin, nur bisweilen eingegrenzt von rhythmischen "Back on track"-Parts. Warum das nicht sterbenslangweilig ist? Weil die Band dabei immer das Augenmerk auf die Gesamtwirkung, auf die Atmosphäre des großen Ganzen legt und sich nicht in instrumentaler Masturbation verliert. Lieber setzt man auf gedrosseltes Tempo, auf Wiederholung, auf Simplizität - und tut recht damit. "Weltraumorgel"und auch die beiden anderen +10-Minuten-Songs, das noch wesentlich zurückgezogenere und das repetitive "Isolator" mit seiner eher melancholischen Stimmung, sowie der Höhepunkt des Albums, "Mind Walk", der quasi eine Mischung aus den beiden genannten darstellt, sind großartige Kopfmusik, zu der es sich bestens, alle Viere von sich gestreckt, auf weichem Grund liegen und abdriften lässt.

Leider vermögen die kürzeren Songs nicht im Mindesten dieselbe Wirkung zu entfalten: "The Monkey" stellt mit relativ hohem Tempo einen zwar ereignisreichen, aber stimmungslos-faden Brocken Instrumental-Rock dar, "Orchid Coffee" stellt in seiner leisen, akustischen Verspieltheit in der Tat den perfekten Soundtrack für den morgendlichen Kaffeegenuss dar, wird aber zum Ende hin ärgerlicherweise recht einfallslos und mit dem Vorschlaghammer an die Wand gefahren. Während dem ebenfalls nicht allzu aufregenden "Firebird" noch eine legitime Weckfunktion nach "Isolator" zukommt, kann als einziger kürzerer Song nur "5 Plus" (nur auf der CD-Version vorhanden) wirklich überzeugen: Hier kommt sparsam ein Synthesizer zum Einsatz und so kommt ein gelungener Hybrid aus aufgetauten THE XX und warmen JOHN FRUSCIANTE-Gitarrenklängen zustande.

FAZIT: Soundtracks für den "Stream Of Subconsciousness" - NAZCA SPACE FOX präsentieren unverkopfte Kopfmusik, die sich am besten entfalten kann, wenn sie genügend Zeit dazu bekommt. Das Reißbrett wurde hier nicht eines Blickes gewürdigt, stattdessen gibt sich das Trio ganz den weitläufigen und doch sehr vitalen Stimmungen ihrer Musik hin. Gute Sache! [Album bei Amazon kaufen]

Tobias Jehle (Info) (Review 680x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Weltraumorgel
  • The Monkey
  • Orchid Coffee
  • Isolator
  • Firebird
  • Mind Walk

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
Kommentare
Lou
gepostet am: 22.08.2017

User-Wertung:
15 Punkte

Kosmische Füchse mit feiner Tonheit - Mega Album!
Fetzt!
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