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Anubis: The Second Hand (Review)

Artist:

Anubis

Anubis: The Second Hand
Album:

The Second Hand

Medium: CD-Book
Stil:

Konzeptioneller, cineastischer Progressive Rock

Label: Eigenvertrieb/Just For Kicks
Spieldauer: 68:56
Erschienen: 23.05.2017
Website: [Link]

Mit ihrem vierten Studio-Album The Second Hand kehren ANUBIS, die Prog-Rock-Australier, die sich nach dem altägytischen Gott der Totenriten und Mumifizierung benannten, zu ihren Wurzeln zurück, indem sie ein offensichtliches Konzept-Album, das nicht nur durch seine progressiven Ideen, sondern auch das sehr schön gestaltete Digi-Book besticht, entwerfen, in dem es ihrem Bandnamen entsprechend um den Tod bzw. das langsame Sterben geht. Zugleich aber steht es auch als eine Warnung vor uns, wozu heutzutage die Medien in der Lage sind, indem sie uns mit ihren Informationen füttern und manipulieren, um Medien-Mogule fett und reich werden zu lassen, wie einen James Osbourne-Fox, der Hauptfigur des Albums, der seine Medien zum Ende hin selber als „Angst-Machine“ bezeichnet.
Doch alles Geld und alle Macht sind nicht sonderlich hilfreich, wenn‘s ans Sterben geht und man plötzlich sein Leben noch einmal Revue passieren lässt. Eine bittere Erfahrung auch für den Typen, der nicht umsonst in seinem Namen den „Fuchs“ trägt, sich am Ende aber doch nur wie ein einsamer Wolf verabschiedet.

Musikalisch begleiten wir sein Sterben mit einer epischen, mitunter bombastischen Variante des progressiven Rocks, die sich einerseits im IQ- und PORCUPINE TREE-Bereich bewegt, aber andererseits auch deutliche Parallelen zu den guten alten 70er-Prog-Zeiten, ganz besonders PINK FLOYD, aufweist. Hymnen und flotte, komplexere Momente oder metallische E-Gitarren erwarten uns genauso wie Erinnerungen an FISCHER Z, da Sänger Robert James Moulding nicht nur einmal während der 70 Prog-Minuten an John Watts erinnert.

Sehr geschickt werden dabei auch neben Anfang und Ende die Übergänge zwischen den Titeln über Sound-Collagen gestaltet, die mit Krankenhausgeräuschen, Selbstgesprächen und hektischen Alltagsgeräuschen verbunden sind und uns unmittelbar am Überlebenskampf von Osbourne-Fox teilhaben lassen. Dass noch dazu das Digibook im Inneren wie eine Zeitung gestaltet ist und alle Lyrics enthält, lässt erkennen, wie ideenreich ANUBIS bei ihrem Werk agieren, für das sie sich nach ihrem viel beachteten Vorgänger „Hitchhiking To Byzantium“ immerhin drei Jahre Zeit ließen. Wirklich neue Impulse aber setzen ANUBIS bei ihrem Album nicht, sondern halten sich an alle Zutaten, die seit mehr als 40 Jahren ein gutes Konzept-Album ausmachen, wobei besonders die drei Gitarristen, die immer wieder floydianische, schwebende Klangbilder zeichnen, viele Freunde der Gilmour-Solo-Werke, aber auch der gitarrenlastigeren PINK FLOYD-Stücke, wie „Comfortably Numb“, ansprechen werden.

Bei „The Making Of Me“ kommen weitere deutliche „The Wall“-Bezüge zum Tragen, während zuvor „Fool‘s Gold“ geradliniger im FISCHER Z- und RUSH-Stil rockte und dabei mit eingängigen Melodien aufwartete. Es passiert eben sehr viel bei dieser spannenden Geschichte, auch wenn Geschichte – man denke nur an „Thick As A Brick“ von JETHRO TULL – wie Musik nicht wirklich neu sind. Gut aber ist beides allemal!

FAZIT: Auf dem Flyer zu „The Second Hand“ von ANUBIS wird das Album als „feinster cineastischer Progressive Rock“ angekündigt und trifft damit voll ins Schwarze. Konzept, Musik und Gestaltung bieten eine gelungene Einheit, die keine Scheu vor ihren Vorbildern, besonders PINK FLOYD, aufweist, aber zugleich auch nicht mit moderneren Prog-Ideen geizt.

PS: Und wo das Album von Freunden guten Progrocks gekauft wird, ist ja eigentlich klar, genau hier mit einem Klick und nicht bei...

Thoralf Koß (Info) (Review 977x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • The Second Hand
  • Fool‘s Gold
  • These Changing Season I
  • The Making Of Me
  • While Rome Burns
  • Blackout
  • These Changing Season II
  • Pages Of Stone
  • These Changing Seasons III

Besetzung:

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