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Kiss: Monster (Review)

Artist:

Kiss

Kiss: Monster
Album:

Monster

Medium: CD
Stil:

Hard Rock

Label: Universal
Spieldauer: 43:39
Erschienen: 05.10.2012
Website: [Link]

Ja, es kommt passenderweise kurz vorm 40. Geburtstag von KISS nach elfjähriger Sendepause, und „Monster“ ist ein für die Band starkes Album geworden, bei dem es für Fans der Band nichts zu bemängeln gibt – aber wir sollten dem Interessierten hier etwas zu Lesen bieten, was er nicht schon weiß oder erwartet, oder?

Stanleys „Hell Or Hallelujah“ (Fistraiser mit unverkennbarem Gene-Text) oder der schmissige Klatscher „Shout Mercy“, das Simmons' Handschrift allzu deutlich trägt, sind typische KISS-Standardkost, wohingegen „Eat Your Heart Out“, eine alleinige Komposition des Bassisten mit einem Gospel-Intro überrascht und die Cowbell klingeln lässt – Sleaze vom Feinsten also. „All For The Love Of Rock & Roll“ erweist sich nicht als plumpe Zitat-Ansammlung, wie man erwarten mag, sondern stünde auch Steven Tyler und Joe Perry trefflich, aber die brauchen für solche Geniestreiche ja des öfteren außenstehende Schreiber. Stanleys schweinisch hartes „Take Me Down Below“ stellt einen weiteren Farbtupfer dar, bei dem jedoch spätenstens im KISS-as-KISS-can-Chorus wieder alles beim Alten ist.

Die Stücke, zu denen Thayer beitrug, und das sind nicht wenige, gehören offenkundig zu den stärksten auf „Monster“: Das schwere „Wall Of Sound“ und das ähnlich gelagerte „The Devil Is Me“, aus dem eine junge Rhythmusgruppe (die ehemaligen Audiosklaven Tim Commerford und Brad Wilk kommen spontan in den Sinn) Reißer für den Twen-Rock-Konsens gezimmert hätte, sowie das treibende wie stampfende „Back To The Stone Age“ (grausiger Text angesichts des Alters der Herren) gehören dabei zu den Highlights der Scheibe. „Long Way Down“ und „Freak“ („fire“ und „desire“ funktionieren anscheinend auf ewig als Reime) verbindet Stanleys Pop-Appeal mit der abgeklärten Frische seines Nebenmannes. Dieser erweist sich mit „Outta This World“ auch als trefflicher Einzelkämpfer, der den beiden Kernmitgliedern einerseits aufmerksam zugeschaut hat, aber eine recht eigene Handschrift bewahrt, also Space-Ace nicht zwangsläufig nur imitiert (seie Solos sind dafür jedoch ebenso geil wie bei Frehley in Bestform).

Nach dem treibenden Finale „Last Chance“ verärgert nur noch der Gedanke an die Unsitte des vorenthaltenen iTunes-Bonustracks „Right Here Right Now“, für den man den Männern in ihrer immer noch zu dicken Hoden treten möchte.

FAZIT: Refrains für die Ewigkeit in jedem einzelnen Song, eine klasse Produktion und vermutlich bierernst genommene Texte auf dem Niveau 16-Jähriger – was möchte man mehr von KISS? Die zynischste aller Rockbands ist mit ihrem überzeichneten Image und der unverhohlen wirtschaftlichen Ausrichtung immer noch sympathischer als unaufrichtige Raffzähne wie gewisse eiserne Jungfrauen, die dazu noch intellektuell tun und dennoch plumpe Pub-Gänger bleiben. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3260x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Hell Or Hallelujah
  • Wall Of Sound
  • Freak
  • Back To The Stone Age
  • Shout Mercy
  • Long Way Down
  • Eat Your Heart Out
  • The Devil Is Me
  • Outta This World
  • All For The Love Of Rock & Roll
  • Take Me Down Below
  • Last Chance

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Duffy
gepostet am: 24.10.2012

User-Wertung:
3 Punkte

Ich verstehe es nicht... Wo man hinschaut, liest man gute und wohlwollende Rezis zu "Monster".
Ich bin seit 1980 Fan der Band und habe jedes Album in mehrfacher Ausführung.
Ich kann der neuen Scheibe überhaupt NICHTS abgewinnen. Refrains für die Ewigkeit? Ich habe keinen einzigen gehört. Nichts bleibt hängen. Alles ein einziger, liebloser zusammengeklatscher Matsch. Die Texte, da muss man ja zwangsläufig zustimmen, sind auf KISS-Niveau. Kunststück...
Aber musikalisch kenne ich von der Band überhaupt nur ein Album, welches noch schwächer war und das ist "Carnival Of Souls".
jack
gepostet am: 28.10.2012

User-Wertung:
11 Punkte

Dass Kiss oft kompositorische Schwächen hatten und sich leider oft genug keine professionelle Unterstützung geholt haben ist unbestritten. Dieses Album ist aber keineswegs das schwächste. Da gibt es viel mehr Alben wie Hot in the Shade, schlimme, seichte Titel wie Lick it Up, Hide your Heart etc.
Es gibt viele gute Ansätze, die aber nicht konsequent umgesetzt werden. Z.B. The Devil is me: Viel zu langatmige Zwischeparts zwischen dem Up und den Refains, auch könnte es einen Tick schneller sein. Die Produktion finde ich etwas zu rough, sprich dadurch verwaschener Soundeindruck.
Letztendlich find ich das Album doch erstaunlich im Hinblick auf viele junge Interpreten in der Rock-/Popbranche, die heutzutage auf Hilfsschul-Niveau Songs veröffentlichen und ständig im Radio zu hören sind. Sorry, da sind Kiss auf diesem Album im positiven Sinne meilenweit entfernt(Texte ausgenommen).

Fazit:Das Album hätte richtig gut sein können - bei genauerem Songwriting, der Produktion und der Reduktion auf weniger Titel.
Flo
gepostet am: 25.06.2013

User-Wertung:
13 Punkte

Ja, so wie es sein soll. Braucht ein paar Durchläufe, bis es zündet, aber dann bleibt es. Solider Hardrock, der nicht langweilig wird, mit einfachen Texten, die man leicht versteht, so dumm, wie oft behauptet sind sie auch wieder nicht. Es muß doch nicht so pseudointellektuell zugehen, wie es andere Bands tun. Einfache Worte für den einfachen Menschen. Monster rocks!
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