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Amia Venera Landscape: The Long Procession (Review)

Artist:

Amia Venera Landscape

Amia Venera Landscape: The Long Procession
Album:

The Long Procession

Medium: CD
Stil:

Math/Post/Prog/Ambient

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 66:18
Erschienen: 04.12.2010
Website: [Link]

Ganz schön ungestüm, mit einem schrägen Takt, der den massiven, dissonant-mathematischen Gitarrenattacken davonlaufen zu wollen scheint, stolpern die sechs Italiener AMIA VENERA LANDSCAPE in des Hörers Gehörgänge, und schnell wird klar, dass es die Herren dem Hörer die nächsten 66 Minuten nicht gerade einfach machen werden. Im positiven Sinne.

Hochemotional, extrem kontrastreich, intensivst und vehement bis in die letzte Faser wird auf „The Long Procession“ ein fantastisch produzierter Bastard aus Mathcore, Sludge, Posthardcore, Prog Rock, Jazz, Ambient, Noise, dezenter Experimentalelektronik und metallischer Urgewalt entfesselt, der alles, was sich in seinen Weg zu stellen wagt, auffrisst. Einfach so. Skrontsch. Gulp. Rülps. Weg.

Besonders imposant sind die Wechselspiele zwischen Laut und Leise. Teilweise erstrecken sich die ruhigen Parts über mehrere Minuten, verlieren sich in langsam knospenden und bald erblühenden Melodien oder münden beinahe in Stille – manchmal türmen sich all diese Klangschichten aber auch Stück für Stück auf, so dass man ahnt, was da gleich mit höllischer Dramatik und Schwere über einen herein brechen wird. Doch oft donnert es auch ohne jedwede Ankündigung und erwischt einen eiskalt, presst einem die Luft aus der Lunge, renkt einem den Unterkiefer aus. Manchmal blitzt es beinahe infernalisch, doch der Donner bleibt aus. Nichts ist vorhersehbar. Alles bleibt unkalkulierbar.

Marco Berton und Gitarrist Alessandro Brun liefern sich zwischen teilweise sehr ausgedehnten Instrumentalpassagen und gar reinen Instrumentalsongs ein tolles Duell: Markerschütterndes, rotgesichtiges Brüllen aus den tiefsten Tiefen der Seele wechselt sich mit fast fragilen, sehr an modernen britischen Prog Rock erinnernden melodischen Gesängen ab, wobei letztere durch den etwas ulkigen italienischen Akzent ein bisschen aus der Reihe fallen. Dieses kleine Manko fällt allerdings nicht gravierend ins Gewicht, wenngleich das in Zukunft natürlich ausgebügelt werden sollte.

Selbst in den letzten Songs des Albums finden sich noch Überraschungen. Ermüdungserscheinungen zeigen sich bei diesem fordernden Werk keine, sowohl bei AMIA VENERA LANDSCAPE in Sachen Kreativität noch bezüglich der Aufmerksamkeit des Hörers. Denn obwohl so unglaublich viel passiert, pumpen die sechs nicht alles auf einmal durch die vibrierenden Membranen, sondern geben dem Hörer zum richtigen Zeitpunkt die gerade benötigte Dosis seiner momentan benötigten akustischen Droge. Die musikalischen Mediziner AMIA VENERA LANDSCAPE sozusagen.

FAZIT: Wer sich einen unvorhersehbaren Mischmasch aus EYEHATEGOD, NEUROSIS, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, MESHUGGAH, APHEX TWIN, ISIS, COMITY, DEVIN TOWNSEND und wasweißichnochalles (vor allem von denen!) vorstellen kann und dadurch je nach Geschlecht halb Mann/halb Ständer beziehungsweise halb Frau/halb Pfütze wird, der muss sich diese aufregende Eigenproduktion einfach zulegen.

Chris Popp (Info) (Review 3556x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Empire
  • A New Aurora
  • My Hands Will Burn First
  • Ascending
  • Glances (Part I)
  • Glances (Part II)
  • Marasm
  • Nichòlas
  • Infinite Sunset Of The Sleepless Man
  • The Traitors March

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Mirko
gepostet am: 14.01.2011

Ein positives Review von Chris ist Testpflicht für mich *g*
Jesus
gepostet am: 17.01.2011

*Sonnenbrille*
Thomas
gepostet am: 28.05.2013

Nicht mein Fall: nachdem ich mir das sinnlose Gebrüll der ersten beiden Titel angetan habe ist das Teil in die Tonne gewandert
Chris [musikreviews.de]
gepostet am: 28.05.2013

Hm, du kaufst ein Album und wirfst es dann weg?
Thomas
gepostet am: 24.07.2013

In Fällen wie diesem: JA
Ablage P
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